Die perfekte Sanierung

Der Fahrplan mit allen Informationen rund um Wohnungssanierungen

19.09.2022  |  Ina Schulz  |  Lesedauer: 14 Minuten

Die perfekte Sanierung

Für jedes Gebäude gilt: irgendwann ist die Zeit reif für eine Sanierung. Nach dem Erwerb einer Immobilie oder einige Zeit nach dem Bau werden gewisse Anpassungen fällig. Für die konkrete Sanierung gibt es verschiedene Gründe, z.B. die Beseitigung von Schäden oder die Wiederherstellung eines angenehmen Wohnkomforts. Doch wie gelingt die perfekte Sanierung? Was ist alles zu bedenken? Mit unserem Sanierungsfahrplan bieten wir Ihnen einen umfassenden Ratgeber rund um das Thema Sanierungen.

In unseren Ratgeberartikeln finden Sie Antworten auf alle wichtigen Fragen zu Ihrer Sanierung: Egal, ob Sie derzeit allgemeine Informationen suchen oder konkret eine Sanierung planen.

Hier gelangen Sie direkt zu den einzelnen Phasen einer Sanierung.

Die vier Phasen der Sanierung:

Warum sollte ich meine Immobilie sanieren? Es gibt viele Gründe für eine Sanierung, die es vorab zu bedenken gilt. Die Motivation und Ziele sind vielfältig.

Wie plane ich die Sanierung richtig? Eine Sanierung besteht aus vielen Schritten, die aufeinander abgestimmt sein müssen, damit das Unterfangen gelingt.

Worauf muss ich auf der Baustelle achten? Wenn Vorbereitung und Planung passen, ist die Kommunikation auf der Baustelle der wichtigste Knackpunkt.

Wie geht es nach den Sanierungsarbeiten weiter? Nach der Sanierung ist vor der Nutzung der Immobilie: Verkauf, Vermietung oder Selbstnutzung. Das gibt es zu beachten.

Die vier Phasen der Sanierung:
Vor der Sanierung
Warum sollte ich meine Immobilie sanieren?
Sanierungsplanung
Wie plane ich die Sanierung richtig?
Während der Sanierung
Worauf muss ich auf der Baustelle achten?
Nach der Sanierung
Wie geht es nach den Sanierungsarbeiten weiter?
Vor der Sanierung

Was ist eine Sanierung?

Es gibt drei Begriffe, die oft synonym verwendet werden, bei denen es allerdings teils große Unterschiede gibt: Renovierung, Sanierung und Modernisierung. Allen drei ist gemeinsam, dass sie den Zustand einer Immobilie verbessern sollen.

Bei einer Renovierung sind diese allerdings nur kosmetischer Natur. Es erfolgt kein Eingriff in die Bausubstanz. Gebrauchsspuren werden z.B. durch das Tapezieren oder Streichen von Wänden entfernt. Oder der Bodenbelag wird ausgetauscht, indem der alte Teppich durch einen neuen Laminatboden ersetzt wird. Auch der Austausch von Küchenmöbeln fällt noch unter den Begriff der Renovierung.

Eine Renovierung dient, wie auch eine Sanierung, vornehmlich der Instandhaltung einer Immobilie. Mieter renovieren ihre Wohnung für gewöhnlich, währenddessen der Vermieter für die Sanierung zuständig ist. Hierunter fallen alle Arbeiten, die der Wiederherstellung eines neuwertigen Zustands der Immobilie dienen. Zum Beispiel muss die Heizungsanlage oder Teile derer regelmäßig ausgetauscht oder Rohre und Leitungen erneuert werden. Sind die Fenster in die Jahre gekommen, werden die bestehenden saniert oder ausgetauscht. Auch eine Asbestentfernung oder die Beseitigung von Feuchtigkeitsschäden gehören zu den Sanierungsarbeiten.

Bei der Modernisierung wird ebenfalls in die Bausubstanz eingegriffen. Allerdings geht die Zielsetzung über die reine Instandhaltung hinaus. Eine Modernisierung soll die Wohnqualität erhöhen und geht im Allgemeinen auch mit der Einsparung wichtiger Ressourcen einher. Hier zu nennen wären effizientere Heizungsanlagen und Wärmedämmungen sowie bauliche Mittel zum Wassersparen. Aber auch ein barrierefreier Umbau dient der Modernisierung einer Immobilie.

Wohnung während einer Kernsanierung

Warum muss ich sanieren?

Es gibt offensichtliche Gründe für eine Renovierung oder Sanierung. Renoviert wird in aller Regel aller paar Jahre, um Alters- und Gebrauchsspuren in einer Wohnung zu entfernen. Aber auch ein Mieterwechsel führt meist zu einer Renovierung. Eine Sanierung ist in jedem Fall dann fällig, wenn Teile der Immobilie beschädigt sind oder sogar ihre Funktion nicht mehr erfüllen. Schäden infolge eines Brandes oder eines Wasserschadens müssen selbstverständlich schnellstmöglich beseitigt werden. Denn eine Wohnung mit solchen Schäden ist oft nicht mehr bewohnbar.

Alte Rohre, die rosten, Fenster, durch die der Wind pfeift oder eine Elektrik, die in der heutigen digitalen Welt zu belastet ist und immer wieder ausfällt – all dies sind offensichtliche Gründe für eine rasche Sanierung. Werden diese ignoriert, kann es zu Folgeschäden kommen, die dann noch teurer werden.

Ist eine Wohnung in einem sehr schlechten oder veralteten Zustand, ist eine komplette Sanierung anzuraten. Hierbei spricht man von einer Kernsanierung. Dabei treffen mehrere Gewerke, wie Elektrik, Sanitär, Trockenbau und Maler aufeinander. Die Wohnung wird zunächst in den Rohbauzustand versetzt, also entkernt und dann neu aufgebaut. Diese Art der Sanierung ist nur im unbewohnten Zustand möglich und anzuraten. Eine Kernsanierung Raum für Raum ist allein aus Zeit- und Kostengründen nicht anzuraten. Aber vor allem gibt es dabei große Probleme bei der Abstimmung der Gewerke, die dann immer wieder neu anrücken müssten, um ihre Arbeit in kleinen Schritten zu verrichten.

Wann sollte ich sanieren?

Neben den zuvor genannten Gründen für eine Sanierung, bietet sich diese bei älteren Gebäuden auch bei einem Besitzerwechsel an. Genau dann, wenn eine Partei auszieht und die neuen Bewohner noch nicht in der Wohnung leben, ist der perfekte Zeitpunkt für eine Sanierung. Denn später müsste immer eine Ersatzwohnung für die Zeit der Arbeiten gefunden werden.

Wenn Sie eine Immobilie neu erwerben oder sich ein Mieterwechsel ankündigt, sollten Sie also stets genau prüfen, welche Arbeiten aktuell nötig sind und welche man gleich mitmachen könnte. Man muss schließlich nicht warten, bis es fast zu spät ist. Prävention ist immer besser als zu spätes Handeln. Außerdem hat man bei einer leeren Wohnung oft weniger Zeitdruck und man muss sich auch keine Gedanken um einen Ersatz wie ein Hotel oder eine Ferienwohnung machen.

Existieren bereits Mängel, ist in jedem Fall schnelles Handeln gefragt, um Folgeschäden und weitere Kosten zu vermeiden. Priorisieren Sie die notwendigen Arbeiten nach Dringlichkeit und Zeitpunkt der Durchführung. Wichtige Elemente wie das Dach oder die Fenster müssen dicht sein, bevor man überhaupt über eine Innenraumsanierung nachdenkt. Eine Sanierung der Außenwand kann hingegen oft nachrangig erfolgen, insofern keine schweren Mängel vorliegen.

Erfahren Sie, wie Sie Ihren Sanierungsbedarf ermitteln und was die Gründe für eine Sanierung sind.
Sanierungsplanung

Wie läuft die perfekte Sanierung ab?

Sie haben eine Wohnung gekauft oder ein Mieter zieht aus und es Zeit für eine Sanierung. Bevor die Bauarbeiten starten können, erfolgt die Vorbereitung. Dazu gehört die Erfassung des Ist-Zustandes der Wohnung sowie die Feststellung des tatsächlichen Sanierungsbedarfs. Noch vor der Anfrage eines Kostenvoranschlags bei Handwerkern muss das Budget geklärt werden. Übersteigen die gewünschten Arbeiten das zur Verfügung stehende Budget, müssen Abstriche gemacht werden. Erst, wenn diese Vorleistung erledigt ist, kann die tatsächliche Sanierungsplanung beginnen.

Sanierungsbedarf erfassen

Wenn Sie eine Wohnung sanieren wollen, müssen Sie als Erstes den aktuellen Zustand dieser erfassen. Dies geht am besten im Rahmen einer Begehung der Immobilie. Im Idealfall haben Sie einen Sachverständigen dabei, der sich mit solchen Baumaßnahmen auskennt. Dies hilft auch bei der späteren Budgetplanung.

Begutachten Sie die Immobilie von allen Seiten. Dabei sollten Sie die Fassade und das Dach sowie alle öffentlichen Räume genauer betrachten. Notieren Sie sich alles genau. Wie ist der Zustand? Was muss gemacht werden? Machen Sie möglichst viele Fotos und ggf. auch Videos. Zum einen hilft es Ihnen, sich später besser an die Gegebenheiten vor Ort zu erinnern. Zum anderen ist eine solche Fotodokumentation auch für Handwerksbetriebe von Vorteil. Denn eine eigene Bestandsaufnahme vor Ort kann dann entfallen und Sie erhalten schneller ein passendes Angebot.

Sortieren Sie Ihre Notizen entsprechend der notwendigen Leistungen. Dabei sollten Sie allerdings eher weniger in einzelnen Räumen denken, sondern diese bestenfalls nach den passenden Gewerken sortieren (Heizung & Sanitär, Elektrik, Trockenbau etc.). Denn viele Gewerke betreffen die gesamte Wohnung. Die Vorzüge einer Fußbodenheizung möchten Sie sicherlich in allen Zimmern genießen. Dies erleichtert dem Handwerker Ihrer Wahl die Berechnung der gewünschten Leistungen.

Wenn Sie mehrere Angebote anfragen, ist es für Sie hilfreich, diese sortierten Leistungen zu nutzen. Diese können Sie zusammen mit der Fotodokumentation direkt an den Betrieb senden. Das spart auf beiden Seiten viel Zeit und erleichtert die Kommunikation.

Sanierungsziele definieren

Nachdem Sie die Wohnungsdaten aufgenommen und den aktuellen Zustand erfasst haben, sollten Sie sich Gedanken machen, was Sie mit der Sanierung erreichen wollen. Je nach Zustand und Zielsetzung reicht vielleicht auch eine Renovierung, um die Wohnung im neuen Glanz erstrahlen zu lassen. Wenn es Ihnen vornehmlich um die Einsparung von Ressourcen wie Wasser, Strom und Gas geht, lohnt sich womöglich eine Modernisierung.

Bei den Zielen der Sanierung ist es wichtig, dass diese realistisch und umsetzbar sind. Insbesondere bei einer Eigentumswohnung sind Ihnen schnell Grenzen gesetzt. Denn die Verwaltung muss Maßnahmen, die in die Substanz eingreifen oder das Aussehen der Immobilie verändern, immer zustimmen. Denken Sie also frühzeitig daran, sich über die Voraussetzungen Ihrer Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG) und die nötigen Genehmigungen zu informieren. Bringen Sie dies in Einklang mit Ihren individuellen Vorstellungen.

Sanierungskosten kalkulieren

Bevor Sie Angebote anfragen, sollte das Budget feststehen. Dies ist auch für den Auftragnehmer ein wichtiger Anhaltspunkt. Als Erstes gilt zu klären, wie viel Budget Sie für die Sanierung zur Verfügung haben. In einem weiteren Schritt müssen Sie die ungefähren Kosten der Sanierungsleistungen kalkulieren. Das fällt Bau-Laien selbstverständlich sehr schwer. Gerne werden die Kosten für die Arbeitsstunden zu knapp bemessen, weil die Vorstellung über den tatsächlichen Aufwand fehlt. Aussagen im Internet sind oft zu allgemein und wenig aussagekräftig für den individuellen Fall. Bei der Kalkulation helfen daher Tools wie der Sanierungskostenrechner von Doozer.

Nun haben Sie eine Liste aller gewünschten Sanierungsleistungen mit den entsprechenden Kosten. Passen die Kosten in das Budget? Wenn nicht, dann müssen Abstriche gemacht werden. Entweder müssen Sie Leistungen streichen oder bei der Qualität sparen, bspw. durch günstigere Materialien. Einige Leistungen können vielleicht aufgeschoben werden. Andere werden unverzichtbar sein. Priorisieren Sie die Leistungen und überlegen Sie, welche Arbeiten auch später noch durchgeführt werden können. Dabei gilt es, die Zielsetzung im Auge zu behalten oder ggf. anzupassen.

Prüfen Sie außerdem eventuelle Förderungen oder spezielle Darlehen bspw. über die KfW-Bank sowie Steuervorteile. Dies kann ihr Budget entlasten und vielleicht doch noch den einen oder anderen Sonderwunsch ermöglichen. Abschließend sollten Sie immer mind. zehn Prozent des Budgets für Nachträge und andere Komplikationen zurückhalten. Denn im Verlauf der Arbeiten kann es immer zu Schwierigkeiten, wie unentdeckten Schäden, kommen, die nicht eingepreist waren.

Sanierung planen

Wenn Sie wissen, was genau Sie sanieren wollen, welche Ziele Sie mit der Sanierung verknüpfen und alles mit einem realistischen Budget versehen haben, geht es an die Handwerkersuche. In Zeiten voller Auftragsbücher und steigender Lieferengpässe ist dies kein leichtes Unterfangen. Wahrscheinlich müssen diverse Handwerksbetriebe angefragt werden, bis passende Angebote vorliegen. Hierbei zahlt sich eine gute Vorbereitung mit einer klaren Auftragsbeschreibung aus. Je einfacher Sie es dem Handwerker machen, desto schneller wird er Ihr Angebot fertig haben.

Auf der Suche nach einem Handwerker lohnt es sich, im Bekanntenkreis herumzufragen. Persönlichen Empfehlungen vertrauen wir automatisch mehr. Saniert man allerdings nicht im eigenen Wohnumfeld, muss man sich auf andere Quellen verlassen. Vermittlungsportale wie Doozer erleichtern die Suche nach Handwerkern erheblich. Denn es gibt einen eindeutigen Prozess und eine klare, direkte Kommunikation.

Liegen mehrere Angebote vor, müssen Sie diese vergleichen und abwägen, welches für Sie das Beste ist. Genau dieser Vergleich fällt oftmals schwer, da es keinen allgemeinen Standard für die Angebotserstellung gibt. Der eine gibt nur eine Gesamtsumme an. Der nächste schlüsselt zwar alle Positionen einzeln auf, aber diese sind wiederum nicht vergleichbar mit den Leistungen eines dritten Angebots. Und die Preise unterscheiden sich insgesamt enorm. Die Wahl des passenden Handwerksbetriebs fällt daher oft nicht leicht.

Ist ein Handwerksbetrieb gefunden, planen Sie zusammen den Ablauf. Nennen Sie Ihrem Dienstleister alle wichtigen Fristen, wie z.B. den Mietbeginn des neuen Mieters. Falls Sie keinen Generalunternehmer beauftragt haben, müssen Sie sich zudem um die Koordination der einzelnen Gewerke kümmern. Denn viele Arbeitsschritte sind voneinander abhängig und können nur in einer bestimmten Reihenfolge ablaufen. Alle Beteiligten müssen genau wissen, wann welcher Arbeitsschritt geplant ist, wie die Arbeiten zu erfolgen haben und wann sie fertiggestellt sein müssen.
Stimmen Vorbereitung und Planung, dann läuft es auf der Baustelle sehr viel reibungsloser. Daher sollten Sie die nötige Zeit dafür unbedingt investieren und alles gut vorbereiten.

Erfahren Sie, wie Sie Ihre Sanierung im Detail planen und die Gewerke untereinander koordinieren.
Während der Sanierung

Was muss ich auf der Baustelle beachten?

Insofern alle Voraussetzungen erfüllt sind und die Planung gut durchdacht wurde, können die Bauarbeiten direkt starten. Auf der Baustelle selbst ist die Kommunikation oft das größte Problem. Hier gilt es, einiges zu beachten. Je nach Umfang der Sanierung ist zu bedenken, ob die Bauüberwachung durch den Auftraggeber erfolgt oder hierfür ein Experte herangezogen wird. Dieser kann die Qualität der geleisteten Arbeit beurteilen und kennt den Jargon, der auf Baustellen verwendet wird.

Das Wichtigste ist aber auch hier, Ihre Vorstellungen von einer Baustelle mit der Realität in Einklang zu bringen. Baustellen wirken oft dreckig und chaotisch. Das wird sich nicht ändern und hat in den meisten Fällen auch nichts mit einer etwaigen Sorglosigkeit der Arbeiter zu tun. Wie es in dem Sprichwort heißt: Es muss erst schlimmer werden, bevor es besser werden kann. Soll heißen, der Abriss von Wänden oder das Entfernen von Bodenbelägen und Fliesen macht unbestritten viel Dreck. Im späteren Verlauf der Arbeiten stehen überall Baumaterial und Werkzeug herum. Oft steckt dahinter aber ein System. Werden dann Leitungen für Elektrik, Wasser oder eine Fußbodenheizung verlegt, wirkt alles zunächst sehr chaotisch. Doch das wird sich schnell ändern.

Es gibt auch keinen Grund zur Beunruhigung, wenn Sie an einzelnen Tagen keine Handwerker auf der Baustelle sehen. Bestimmte Arbeiten erfordern eine Trocknungszeit oder dergleichen, was die Bauarbeiten erst einmal pausiert. Achten Sie immer auf den vereinbarten Zeitplan und den fristgerechten Abschluss der einzelnen Arbeitsschritte. Nur wenn es hier zu Verzögerungen kommt, sollten Sie das Gespräch suchen.

Handschlag-Handwerker

Kommunikation auf der Baustelle

Auf Baustellen herrscht oft ein rauer Ton. Lassen Sie sich davon nicht irritieren, denn die Arbeiter sind mit der Fertigstellung der Arbeiten beschäftigt und haben wenig Zeit für die Kommunikation und Koordination mit dem Auftraggeber. Wenn Sie Fragen zu Arbeiten haben, wenden Sie sich daher immer an die Bauleitung des Auftragnehmers. Diese hat alle wichtigen Informationen und den Überblick über alle beteiligten Gewerke.

Außerdem gilt es zu bedenken, dass die Bauarbeiter eine ganz eigene Sprache mit ihrem eigenen Fachvokabular haben. Auch wenn Sie etwas nicht verstehen, sprechen Sie immer zuerst mit der Bauleitung. Die Bauleitung des Auftragnehmers wird von einer sachkundigen Person übernommen. Je nach Größe eines Handwerksbetriebs handelt es sich dabei meist um den Geschäftsführer selbst. Die Bauleitung ist für die Sicherstellung der fachgerechten Ausführung zuständig sowie deren fristgerechte Fertigstellung. Bei größeren Projekten übernimmt die Bauleitung jedoch oft der Architekt des Auftraggebers.

Dokumentation des Arbeitsfortschritts

Zu jeder Baustelle gehören aus wichtigen Gründen auch die Feststellung und Dokumentation des Baufortschritts, um u.a. die Einhaltung des Zeitplans zu kontrollieren. Die Baudokumentation ist Aufgabe der Bauleitung. Dazu gehört das Führen des Bautagebuchs, in dem alle getätigten Arbeitsschritte, Vorkommnisse und Entscheidungen festgehalten werden. Vereinbaren Sie, dass auch Fotos und ggf. Videos in die Dokumentation einfließen. Eine digitale Dokumentation erleichtert zudem die Zusammenarbeit. Alle Beteiligten sind so stets auf demselben Stand.

Die letzte Dokumentation im Rahmen einer Sanierung ist die Bauabnahme. Hierbei begehen Auftraggeber, Auftragnehmer und Bauleitung die Baustelle gemeinsam und nehmen die geleisteten Arbeiten final ab. Im Abnahmeprotokoll werden dann alle Leistungen und die Qualität der Fertigstellung festgehalten. Sollte es Mängel geben, werden diese so genau wie möglich erfasst und es wird eine Frist zur Ausbesserung vereinbart.

Erfahren Sie mehr über die Abläufe und Kommunikation auf der Baustelle.
Nach der Sanierung

Wie geht es nach der Sanierung weiter?

Nach der Abnahme der Sanierungsarbeiten erfolgt meist nur noch die Endreinigung. Diese kann auch bereits vor der Abnahme erfolgen. Sind alle Arbeiten erledigt, stellt der Auftragnehmer die Endrechnung. Mit der Bauabnahme beginnt auch die Gewährleistung des Handwerkers. Sie ist also ein wichtiger Schritt, der nicht übereilt werden sollte.

Wir warnen auch vor Teilabnahmen während der laufenden Sanierungsarbeiten. Denn mit jeder Abnahme dreht sich die Beweislast um und Sie sind bereits in der Haftung drin. Musste der Handwerker zuvor nachweisen, dass alles korrekt ausgeführt wurde, müssen Sie nun beweisen, wo der Fehler ist und wer schuld daran ist.

Bezahlung der Sanierungsleistungen

Nach der Abnahme erfolgt auch die Abrechnung. Auch diese kann in Teilabschnitten abgerechnet werden. Gerade bei großen Bauvorhaben, an denen viele Gewerke beteiligt sind, werden oft einzelne Bauabschnitte nach der Fertigstellung in Rechnung gestellt. Achten Sie hier auf eine sinnvolle Unterteilung, die keine oder möglichst wenig Auswirkungen auf andere spätere Arbeiten hat.

Das gesetzliche Zahlungsziel beträgt laut § 286 BGB 30 Tage. Allerdings können im Bauvertrag auch andere Fristen vereinbart werden. Bedenken Sie diese Frist bei der Bereitstellung des entsprechenden Kapitals.

Münzen vor einer Wanduhr
Bau überwachen

Gewährleistung des Handwerkers

Bei der Gewährleistung gilt es, die Vertragsbasis zu beachten. Wer einen Bauvertrag auf Basis den Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) abschließt, kann bis zu fünf Jahre nach der Abnahme Mängel anmelden. Bei einem Vertrag gem. Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB) sind es nur vier Jahre.

Für private Bauherren ist es möglich, eine der beiden Vertragsarten zu wählen. Es gibt bei beiden allerdings Vor- und Nachteile zu beachten. Wichtig ist, dass mit Beginn der Gewährleistung die Beweispflicht bei dem Auftraggeber liegt. Das heißt, treten nach der Bauabnahme Mängel am Werk auf, muss der Auftraggeber die Höhe des Schadens nachweisen und auch die Schuld des Handwerkers an dem Mangel. Dafür ist jedoch oft ein teures Gutachten eines Bausachverständigen anzufertigen. Die Kosten trägt der Beweispflichtige. Daher ist die Bauabnahme mit äußerster Sorgfalt durchzuführen.

Vermietung oder Verkauf

Ist die Sanierung abgeschlossen, können die neuen Mieter einziehen oder die Immobilie kann in einem Top-Zustand verkauft werden. Oft wird der Mietvertrag bereits vor dem Start der Bauarbeiten abgeschlossen oder während die Arbeiten laufen. In diesem Fall ist es sehr wichtig, den Einzugstermin mit dem Handwerker abzusprechen.

Eine intakte und gut ausgestattete Wohnung, in die die Mieter nur noch einziehen müssen, geht auch mit einer höheren Miete einher. Darüber hinaus eröffnen sich für Vermieter auch bessere Chancen auf gute, zuverlässige Mieter, die sorgsam mit der neuen Wohnung umgehen. Die Kosten einer Sanierung sind daher mit deren Nutzen abzuwägen. Bei älteren Gebäuden gibt es oft keine andere Möglichkeit als zu sanieren. Dennoch sollten Aufwand und Nutzen in einem guten Verhältnis stehen und gleichzeitig einen angemessenen Wohnstandard für die Bewohner gewährleisten.

Was dann noch für Sie als Vermieter bleibt, ist die Erstellung der Nebenkostenabrechnung für die Mieter sowie die Einnahmen aus der Vermietung in der jährlichen Steuererklärung anzugeben. Alle paar Jahre stehen dann weitere kleinere Arbeiten an. Achten Sie dabei auf die Renovierungs- und Sanierungspflichten für Vermieter und Mieter.

Letzten Endes sind Immobilien eine gute Geldanlage und Altersvorsorge. Das sogenannte Betongold bietet langfristige Wertstabilität und gute Wachstumschancen. Es gibt dabei allerdings verschiedene Strategien zur Investition in Immobilien. Beim Buy & Hold wird eine Immobilie, eine Wohnung oder auch ein Mehrfamilienhaus, erworben, um langfristig von den Mieteinnahmen zu profitieren. Bei dem Konzept Fix & Flip wird eine Immobilie zu dem Zweck erworben, sie zu sanieren oder zu modernisieren und sie dann mit Gewinn wieder zu verkaufen.

Erfahren Sie mehr über alle Schritte, die Sie nach der Sanierung erwarten.

Häufig gestellte Fragen

Was ist eine Sanierung?

Die drei Begriffe, Renovierung, Sanierung und Modernisierung, werden oft synonym verwendet. Allerdings gibt teils große Unterschiede. Alle haben das Ziel, den Zustand einer Immobilie zu verbessern. Bei einer Renovierung erfolgt kein Eingriff in die Bausubstanz. Man entfernt dabei lediglich Gebrauchsspuren. Eine Renovierung dient, wie eine Sanierung, der Instandhaltung. Eine Sanierung dient der Wiederherstellung eines neuwertigen Zustands der Immobilie. Bei der Modernisierung geht die Zielsetzung über die Instandhaltung hinaus. Eine Modernisierung erhöht die Wohnqualität und Ressourcen einsparen.

Wie läuft eine Sanierung ab?

Zunächst erfassen Sie Ihren individuellen Sanierungsbedarf. Dazu betrachten Sie den realen Zustand der Immobilie und notieren Sie die notwendigen Arbeiten. Nun definieren Sie die Ziele, die Sie mit der Sanierung erreichen wollen. Setzen Sie sich ein Budget und kalkulieren Sie die Sanierungskosten. Behalten Sie immer einen Puffer zurück. Kombinieren Sie alles zu einem realistischen Plan mit Prioritäten.

Was gilt es bei der Sanierung auf der Baustelle zu beachten?

Die Planung vorab ist ein sehr wichtiger Schritt. Mit der richtigen und sorgfältigen Planung ist das größte Problem auf der Baustelle oft die Kommunikation. Auf einer Baustelle gibt es eine klare Hierarchie. Wenden Sie sich bei allen Fragen und Anmerkungen immer an die Bauleitung vor Ort. Bleiben Sie stets ruhig und besonnen. Baustellen wirken zwar oft chaotisch und dreckig, aber das bedeutet nicht, dass die Arbeit auch schlecht erbracht wird. Wichtig ist eine rigorose Dokumentation aller Bauarbeiten.

Was passiert nach der Sanierung?

Nach dem Abschluss der Sanierungsarbeiten erfolgt die Abnahme der Leistungen durch den Auftraggeber (Bauherren). Achten Sie auf alle Kleinigkeiten, um später keine Probleme bei der Gewährleistung zu bekommen. Nach der Abnahme folgt die Schlussrechnung und die 4- oder 5-jährige Gewährungsfrist des Handwerkers beginnt. Sie können die Immobilie nun selbst nutzen, vermieten oder mit Gewinn verkaufen.

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