Trockenbau

Was müssen Sie über Trockenbau für eine effiziente Sanierung wissen?

08.09.2022  |  Ina Schulz  |  Lesedauer: 5 Minuten

Trockenbau

Sie wünschen sich eine räumliche Veränderung? Trockenbauarbeiten bei Sanierungen helfen Ihnen dabei. Wir erklären Ihnen, wie Sie Ihre Sanierung mit Trockenbau erfolgreich meistern und mit welchen Kosten zu rechnen ist.

Geht es um die Sanierung eines Bestandsgebäudes, denken viele an aufwendige Arbeiten mit Beton und Ziegeln. Dabei kann die Leichtbauweise eine saubere, schnelle und günstige Alternative sein.

Was versteht man unter Trockenbau?

Die meisten verbinden den Trockenbau mit Gipskartonplatten. Das ist auch richtig. Aber der Trockenbau ist vielfältiger, als man zunächst glauben mag und bietet Ihnen für die bevorstehende Sanierung zahlreiche Möglichkeiten. So können Sie Räume ganz nach Ihren Vorstellungen gestalten.

Grundlegend beschreibt das Wort Trockenbau bereits, um was es sich handelt: eine trockene Bauweise. Im Gegensatz zu Arbeiten mit Beton oder Putz ist hier kein Wasser im Spiel. Beim Sanieren ist die Montagebauweise eine wahre Wunderwaffe und das nicht ohne Grund. Denn für die Innenausstattung sind die Einsatzbereiche endlos. Egal ob Installationswände, Verkleidungen, abgehängte Decken oder Bodensysteme, der Trockenbau stößt so schnell nicht an seine Grenzen.

Warum Trockenbau?

Neben den vielen Optionen, die der Trockenbau bietet, hat er einen klaren Vorteil gegenüber wasserhaltigen Baustoffen: die Schnelligkeit. Während Sie bei Betonarbeiten erst darauf warten müssen, dass die Masse nach dem Anbringen trocknet, steht beim Trockenbau bereits eine Wand in Ihrem Raum, die Sie weiter bearbeiten können.

Da die Oberfläche von Leichtbauwänden zudem glatt ist, müssen lediglich die Fugen zwischen den Platten verspachtelt werden. Aufgrund der geringen Menge Spachtelmasse kann es daher schnell mit dem finalen Anstrich, dem Tapezieren oder den Fliesen weitergehen. In Nassräumen kommt zuvor noch eine spezielle Abdichtung zum Einsatz.

Daneben sind Gipskartonplatten einfach zu verarbeiten und ebenso robust. Es ist also kein Problem, an der fertigen Konstruktion ein Regal anzubringen.

Tipp:

Wenn Sie schon vorher wissen, dass Sie an der neuen Wand ein schweres Regal wie einen Küchenschrank befestigen wollen, dann planen Sie das gleich mit ein. Denn unterschiedliche Gipskartonplatten können verschiedenen Tragkräften eines Regals standhalten. Zudem wird eine entsprechend verstärkte Unterkonstruktion benötigt.

Je nach verwendeten Materialien erfüllt diese Bauweise auch weitere Aspekte. Zum Beispiel erfüllen Gipskartonplatten je nach Ausgestaltung Anforderungen an den Schallschutz, die Wärmedämmung oder den Brandschutz.

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Wie ist der Ablauf bei Arbeiten mit Trockenbau?

Beim Trockenbau sind Ihren Wünschen so gut wie keine Grenzen gesetzt. Vor der Umsetzung Ihrer Ideen steht allerdings die Planung an erster Stelle.

Planung

Zunächst sind Sie an der Reihe. Wo soll die neue Wand stehen? An welcher Stelle können Verkleidungen Rohre verdecken? Oder soll die Badsanierung vielleicht mit Vorwandinstallationen erfolgen?

Nehmen wir an, Sie planen eine Raum-in-Raum-Lösung, möchten also zum Beispiel einen Abstellraum für Lebensmittel in Ihre Küche integrieren. Dann markieren Sie als Erstes den Wandverlauf sowohl auf dem Boden als auch an bereits bestehenden Wänden und der Decke. Hier ist es wichtig, dass alle Linien senkrecht aufeinander abgestimmt sind. Auch den Ausschnitt für eine Tür sollten Sie bereits jetzt optisch festhalten.

Handwerkersuche

Trockenbauer sind schwer zu finden. Zudem sollten Sie bei der Suche nach geeigneten Betrieben wachsam sein. Denn auch Unternehmen, die nicht in der Handwerksrolle eingetragen sind, können Trockenbauarbeiten anbieten.

Hilfreich ist es, wenn Sie sich bei Maler-, Maurer-, Stuck- oder Putzbetrieben erkundigen. Noch einfacher gelingt die Handwerkersuche über entsprechende Handwerker-Portale. Handwerksähnliche Arbeiten wie der Trockenbau wird hier vielfach angeboten.

Material

Beim Trockenbau setzt man am häufigsten auf Gipskartonplatten. Diese bestehen lediglich aus Gips in einer Ummantelung aus Karton. Die Alternative sind Gipsfaserplatten, die aus einem Gemisch aus Zellulose und Gips bestehen und daher fester als Gipskartonplatten sind. Sie können auftretende Kräfte daher besser verkraften, sind jedoch teurer und deutlich schwerer. Gipskartonplatten sind daher leichter zu verarbeiten.

Für das jeweilige Projekt entscheiden Sie und Ihr Profi im Vorfeld, welche Eigenschaften gefordert sind. Danach geht es ans Vermessen. So findet der Handwerker heraus, welche Materialmenge nötig ist.

Konstruktionsweise und Aufbau

Ständerwerk

Bevor die Gipskartonplatten zum Einsatz kommen, ist die Haltekonstruktion an der Reihe. Bei frei stehenden Wänden befestigen die Profis zunächst die Profile an Böden und Decken. Bei abgehängten Decken beginnt die Arbeit mit den Längsträgern.

Steht die Konstruktion, kann der Profi noch gewünschte Dämmmaterialien verbauen. Das macht für Sie Sinn, wenn Sie wie bei unserem Beispiel einen kühleren Abstellraum in die wärmere Küche integrieren. Der Schallschutz ist in Wohnräumen aber der wichtigste Grund für eine Dämmung. Haben Sie Pläne für Installationen? Dann lassen sie diese doch in der neu errichteten Wand verschwinden.

Gipskartonplatten

Vor dem Anbringen schneidet der Handwerker die gewählten Gipskartonplatten passend auf die Konstruktion zu. Für saubere Kanten empfiehlt es sich, alle Schnittlängen zu glätten. Danach geht es ans Verschrauben.

Wichtig: Das Ziel ist eine stabile Wand. Wollen Sie als Heimwerker selbst Hand anlegen, sollten Sie beim Montieren der Gipskartonplatten am Ständerwerk nicht mit Schrauben sparen. Der Abstand zwischen den einzelnen Schrauben sollte für Wände nicht über 25 Zentimeter und für Decken nicht über 17 Zentimeter liegen. Damit die Platten nicht ausreißen, muss zudem ein ausreichender Abstand zu den Kanten bestehen.

Worauf ist beim Trockenbau zu achten?

Wichtig: Beim Anbringen der Gipskartonplatten muss darauf geachtet werden, dass ein kleiner Abstand zwischen Boden, Decke und Wand vorhanden sind. Die sogenannten Fugen.

Allgemein gilt: Da die Trockenbauwände bei einer Sanierung nachträglich in das Gebäude eingebaut werden, erfüllen diese keine statischen Aufgaben. Eine Trockenbauwand ist also keine tragende Wand. Aktuell werden auch viele Neubauprojekte in Leichtbauweise umgesetzt. Durch die Trockenbauwände ist der Grundriss daher jederzeit anpassbar.

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Was kostet Trockenbau?

Der Trockenbau geht schnell, es sind keine schweren Geräte nötig und die Materialien sind vergleichsweise leicht. Entscheiden Sie sich für professionelle Unterstützung, können folgende Kosten auf Sie zukommen.

Arbeitskosten

Handwerker rechnen beim Trockenbau oftmals unterschiedlich ab. So setzten einige Trockenbauer Stundenlöhne an (etwa 30 bis 60 Euro pro Stunde), andere rechnen pro Quadratmeter ab (circa 35 bis 70 Euro pro Quadratmeter).

Zusätzliche Kosten ergeben sich, wenn der Profi die Wand weiter bearbeiten muss. Wünschen Sie sich beispielsweise eine Tür, dann kann die Öffnung bis zu 100 Euro extra kosten. Auch Extrawünsche wie geschwungene Wände oder das Einbringen von Installationen kosten mehr.

Zwischen den drei gängigsten Trockenbauarbeiten gibt es ebenso Kostenunterschiede. So müssen Sie für Trockenbauwände weniger Geld einplanen als für abgehängte Decken oder Bodensysteme in der Leichtbauweise.

Materialkosten

Für Trockenbauwände fallen einerseits Kosten für die Metallprofile der Ständerkonstruktion und andererseits für die Gipskartonplatten an. Für einen laufenden Meter Metallprofil können Sie etwa mit 2 bis 5 Euro rechnen. Die Gipskartonplatten werden in Quadratmetern abgerechnet. Dabei kostet ein Quadratmeter zwischen 3 und 5 Euro. Für die Spachtelmasse kommen zusätzlich noch etwa 2 bis 3 Euro pro Quadratmeter hinzu.

Rechnet man alle Kosten – sowohl Arbeitskosten als auch Materialkosten – zusammen, ergibt sich ein Quadratmeterpreis von 42 bis 83 Euro. Angenommen Ihre künftige Gipskartonwand ohne Tür und Sonderwünsche umfasst 30 Quadratmeter, können Sie hierfür rund 1.260 bis 2.490 Euro einplanen. Entscheiden Sie sich für Gipsfaserplatten, sind höhere Kosten möglich.

pro qm
30 qm
Kosten Handwerker 35 bis 70 Euro 1.050 bis 2.100 Euro
Kosten Metallprofil 2 bis 5 Euro 60 bis 150 Euro
Kosten Gipskartonplatte 3 bis 5 Euro 90 bis 150 Euro
Kosten Spachtelmasse 2 bis 3 Euro 60 bis 90 Euro
Gesamt 42 bis 83 Euro 1.260 bis 2.499 Euro

Wie lassen sich Kosten sparen?

Um beim Trockenbau Geld zu sparen, können Sie auch selbst Hand anlegen. Denn die Arbeitskosten sind bei der Leichtbauweise mit Gipskartonplatten der größte Kostenaufwand. Ohne diese senkt sich der Quadratmeterpreis auf 7 bis 13 Euro. Für das Beispiel mit der 30 Quadratmeter großen Wand ergeben sich jetzt nur noch 210 bis 390 Euro.

Zusätzlich können Sie im Vorfeld überlegen, welche Extras wirklich nötig sind. Braucht es beim geplanten Raum-im-Raum-System eine Schalldämmung oder genügt eine herkömmliche Gipskartonplatte? Ist die Wärmedämmung sinnvoll oder geht es auch ganz ohne? Die Wahl liegt bei Ihnen.

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Häufig gestellte Fragen

Was bedeutet Trockenbau?

Trockenbau wird in vielen Bereichen einer Wohnungssanierung oder auch bei Neubauten eingesetzt. Die Leichtbauweise ermöglicht eine freie Gestaltung beim Bau von Wänden und Einbauregalen oder dem Abhängen von Decken. Dabei werden im Gegensatz zum herkömmlichen Bau mit Steinen und Mörtel Gipskartonplatten oder Gipsfaserplatten genutzt. Da für diese Bauweise kaum Wasser benötigt wird und es somit kaum Trocknungszeit gibt, spricht man vom Trockenbau.

Gilt für den Trockenbau auch die Meisterpflicht?

Da der Trockenbau nicht zu den sog. gefahrengeneigten Gewerken zählt und lediglich als handwerksähnliche Arbeit gilt, wird kein Meisterbrief benötigt. Häufig bieten Malerbetriebe den Trockenbau als zusätzliche Leistung an. Aber prinzipiell kann jede Person ein Gewerbe für Trockenbauarbeiten anbieten.

Wie viel kostet Trockenbau?

Bei der Berechnung der Kosten sind Material- und Arbeitskosten zu bedenken. Pro Quadratmeter Wand liegen die Materialkosten für Gipskartonplatten, Ständerkonstruktion und Spachtelmasse bei ca. 7-13 Euro. Die Arbeitskosten eines Handwerkers betragen ca. 35-70 Euro pro qm.

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