Sanitärarbeiten

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Ablauf, Dauer, Kosten – Das müssen Sie über Sanitärarbeiten wissen
Mit Sanitärarbeiten sind sämtliche Wasser- und Luftversorgungssysteme gemeint. Dazu gehören neben den Trinkwasserleitungen auch Heizungs- und Lüftungsrohre sowie die Installation der dazugehörigen Haustechnik. Bei einem solch umfangreichem Arbeitsfeld gibt es einige Besonderheiten zu beachten.

Inhaltsverzeichnis
Sanitärarbeiten

Was sind Sanitärar­beiten?

Das Feld der Sanitärarbeiten ist sehr umfangreich. Es handelt sich dabei um einen wichtigen Zweig der Haustechnik, der weit über die Installation von Sanitärobjekten wie Waschbecken oder Badewannen hinausgeht. Noch vor dem Einbau dieser Einrichtungsgegenstände ist der Sanitärbereich vor allem für die technischen Installationen der Gas- und Wasserversorgung sowie der Abwasserentsorgung verantwortlich. Daher ist der Sanitärbereich für den Bau oder die Sanierung einer Immobilie einer der zentralen Arbeitsschritte.

Das vielseitige Arbeitsgebiet wird oft auch als SHK-Technik, also Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik oder als HLS, für Heizung, Lüftung, Sanitär, bezeichnet. Beides meint genau dasselbe. Es haben sich mit der Zeit schlicht zwei Begrifflichkeiten gebildet, die synonym verwendet werden können.

Die folgenden Arbeiten fallen in den Bereich Sanitär:
  • Abwasserleitungen & Anschluss an die Kanalisation
  • Hauswasserstation mit Schmutzfilter und Rückflussverhinderer
  • Zentrale Wasserversorgung ab Wasserzähler
  • Rohinstallation der Kalt- und Warmwasserleitungen
  • Installation der Heizungstechnik
  • Installation von Klimaanlagen und Lüftungen
  • Vorwandinstallation Badezimmer
  • Installation von Sanitärobjekten und Armaturen
  • Waschmaschinenanschluss

Welche Ge­werke gehören zu den Sanitär­arbeiten?

Wasser und Abwasser

Alles, was im Haus mit Wasser zu tun hat, gehört zu den Sanitärarbeiten. Dabei ist zu beachten, dass nur eine qualifizierte Sanitärfachkraft den Hauswasseranschluss einrichten und anschließen darf. In sämtlichen Bereichen, in denen Trinkwasser eingesetzt wird, ist allein aus Gründen der Hygiene ein Fachbetrieb einzuschalten. Der Anschluss an das Leitungsnetz erfolgt jedoch zwingend über den Wasserversorger der jeweiligen Gemeinde.

Die Wasserversorgung gehört zu den grundlegendsten Arbeiten bei einem Hausbau. Dabei erstrecken sich die Arbeiten mit Wasser und Abwasser vom Keller (insofern vorhanden), über die Küche und das Bad bis hin zur Warmwasseraufbereitung und dem Waschmaschinenanschluss.

Heizung

Die Heizung ist eine der zentralen Bereiche der Haustechnik. Ohne Heizung wird eine Wohnung weder warm noch trocken. In unseren nördlichen Breitengraden ist eine Immobilie ohne Heizung nicht vorstellbar. Denn bei winterlichen Temperaturen bringt auch die beste Isolierung keine Wärme in die Räume. Im Gebäudeenergiegesetz (GEG) ist geregelt, welche Gebäude eine Heizung benötigen. Dazu zählen Wohngebäude, die der ständigen Bewohnung dienen.

Die Fülle an Heizungssystemen ist mittlerweile kaum noch überschaubar. Laien fällt die Entscheidung für eine Heizart beim Neubau oder einer Sanierung daher immer schwerer. Zum Glück gibt es Experten, die das richtige System für den Standort und die gesetzlichen Vorgaben finden.

Handwerker reinigt einen Luftschaft während den Sanitärarbeiten bei einer Sanierung.

Lüftung und Klima­anlagen

Zu einem modernen Neubau gehört gemäß DIN 1946-6 auch immer die Erstellung eines Lüftungskonzepts. Moderne Wohngebäude sind heutzutage so gut isoliert, dass es keine selbstständigen Luftbewegungen mehr gibt. Doch da die Bewohner durch ihr normales Wohnverhalten dennoch täglich viele Liter Wasser an die Raumluft abgeben, genügt reines Stoßlüften oft nicht mehr. Um Feuchtigkeit in den Wohnräumen vorzubeugen, muss daher geprüft werden, inwieweit ein ausreichender Luftaustausch gewährleistet werden kann. In der Regel ist der Einbau einer Lüftungsanlage daher für Neubauten und bei bestimmten Modernisierungen unumgänglich.

Sind Bäder, in denen von Natur aus viel Feuchtigkeit entsteht, innenliegend, ist der Einbau einer Lüftung ebenfalls Pflicht. Insgesamt gibt es von Fensterfalzlüftern über geschlossene Systeme wie bei Lüftungsanlagen mit Wärmetauscher bis hin zur Klimaanlage in Kombination mit einer Wärmepumpe verschiedene Möglichkeiten der Umsetzung. Je nach Anforderung gibt es so für jeden Geldbeutel eine passende Lösung.

Neben dem Hauptziel, der Schimmelvorbeugung, liegen die Vorteile einer Lüftungsanlage zum einen bei der Verringerung der Heizkosten. Denn wenn Fenster seltener geöffnet werden, entweicht keine teure Wärme aus der Wohnung. Zum anderen wird vor allem in urbanen Regionen die Lärmbelastung reduziert. Frische Luft strömt ohne nervigen Verkehrslärm in die Wohnung. So erhöht sich der Wohnkomfort in mehrfacher Hinsicht.

Bad

Das Wort „sanitär“ stammt vom lateinischen „sanitas“, was mit Gesundheit übersetzt werden kann. Mit dem Begriff steht alles in Verbindung, was die Körperpflege und Hygiene betrifft. Daher ist das Badezimmer einer der zentralen Arbeitsbereiche bei Sanitärarbeiten.

Neben der Installation der Wasser- und Abwasserleitungen gehört auch das Anbringen der Sanitärobjekte, wie Waschbecken, Duschen oder Armaturen, zu den Aufgaben einer Sanitärfirma. Lediglich das Fliesen im Bad fällt nicht in den Bereich der Sanitärarbeiten. Erfahren Sie mehr zum Thema Badsanierung.

Küche

Da auch eine Küche über einige Wasser- und Abwasseranschlüsse, z.B. für die Spüle, die Geschirrspülmaschine oder eine Waschmaschine, verfügen muss, sind auch hier Sanitärarbeiten fällig.

In der Regel übernimmt die Sanitärfirma hier lediglich die Installation der Anschlüsse. Den Aufbau und die Inbetriebnahme der Küche wird dann von einer entsprechenden Fachfirma ausgeführt. Alles rund um die Erneuerung Ihrer Küche erfahren Sie in unserem Ratgeberartikel Küchensanierung.

Handwerker baut eine neue Küche auf

Welche Sanitär­arbeiten darf ich selbst übernehmen?

Wasserleitungen

Aufgrund der gesundheitlichen Relevanz der Trinkwasserversorgung dürfen bestimmte Arbeiten der Wasserversorgung und Abwasserentsorgung ausschließlich durch einen Fachbetrieb durchgeführt werden. Dazu gehören der Hausanschluss und alle Leitungen, die direkt mit der Wasseruhr verbunden sind, sowie der Anschluss an die städtische Kanalisation. Hier geben die Wasserbetriebe die jeweilige Vertragsfirma vor.

Weitere Wasserleitungen innerhalb des Hauses ab den Entnahmestellen können in Eigenleistung verlegt werden. Allerdings ist hier darauf zu achten, dass für Trinkwasserleitungen nur vom Deutschen Verein des Gas- und Wasserfaches (DVGW) zertifizierte Rohre zu nutzen sind. Kunststoffrohre eignen sich für Heimwerker dabei am besten und sind korrosionsfrei.

Leitungen der Innenentwässerung dürfen auch selbst verlegt werden. Dabei handelt es sich um Rohre zur Schmutzwasserentsorgung. Bei den sogenannten HAT-Rohren sind je nach Anwendungsbereich, senkrecht oder waagerecht, für das Waschbecken oder die Toilette, verschiedene Rohrstärken vorgeschrieben.

Für die Verlegung der Wasserleitungen sind Geschick und Geduld gefragt. Schließlich müssen die Rohre absolut dicht sein. Ein Verlegeplan ist die Grundvoraussetzung für ein ordnungsgemäßes Anschließen. Beachten Sie bei Arbeiten in Eigenleistung immer, dass es dafür keinerlei Gewährleistung gibt. Bei einem Wasserschaden tragen Sie die mitunter beachtlichen Kosten dafür i.d.R. selbst. Bei Eigentumswohnungen werden Sie um eine Fachfirma nicht herumkommen, da Ihnen die WEG aufgrund des Schadenpotenzials keine Genehmigung für solche Arbeiten in Eigenleistung geben wird.

Sanitärobjekte anbringen

Eher unproblematisch ist hingegen der Austausch von Sanitärobjekten. Insbesondere Armaturen können schnell selbst ausgewechselt werden. Auch das Anbringen von Waschbecken und WC im Zuge einer Renovierung gelingen mit etwas Geschick auch ohne Fachkraft.

Heizungseinbau

Theoretisch ist auch der Einbau einer Heizung in Eigenleistung möglich. Das Gebäudeenergiegesetz schreibt lediglich die Abnahme durch den örtlichen Bezirksschornsteinfegermeister vor. Wer eine Förderung für die Heizung erhalten möchte, muss zudem eine Fachunternehmererklärung vorweisen, die besagt, dass der Einbau ordnungsgemäß erfolgt ist. Auch hierbei können Arbeiten in Eigenleistung erfolgen. Mögliche Fehler und Folgekosten stehen oft allerdings in keinem Verhältnis zu den eingesparten Kosten. Daher sollten nur jene Personen den Einbau ihrer Heizung selbst übernehmen, die über ausreichend Fachwissen sowie praktische Erfahrung verfügen.

Bei einer Fußbodenheizung können aber auch Laien sparen und die Verlegung der Leitungen oder Heizmatten selbst übernehmen. Außerdem lassen sich manche Handwerker darauf ein, Bauherren gewisse „Zubringarbeiten“ ausführen zu lassen. Dabei spart man immerhin den Arbeitslohn für einen Hilfsarbeiter.

Be- und Entlüftung

Eine Lüftungsanlage kann grundsätzlich auch in Eigenleistung eingebaut werden. Insbesondere die Nachrüstung in Bestandsgebäuden ist allerdings sehr aufwendig und erfordert viel handwerkliches Geschick sowie Erfahrung. Bei einem dezentralen Lüftungssystem müssen bspw. bei jedem Raum Wandöffnung hergestellt werden. Je nach Dicke der Außenwände ist dies eine herausfordernde Arbeit. Außerdem sind Außenwände meist tragende Wände, daher ist ein selbstständiges Eingreifen in die Statik weder ratsam noch ohne fachliche Beratung zu bewerkstelligen.

Darüber hinaus gibt es bei Eigentumswohnungen weitere Einschränkungen. Eingriffe in die äußere Gestaltung der Immobilie können nicht eigenmächtig durchgeführt werden. Auch wenn es sich “nur” um einige, kleinere Löcher handelt, geht ohne die Zustimmung der WEG nichts. Hier wären sogenannte Fensterfalzlüfter als Alternative zu prüfen.

Bei Lüftungsanlagen dürfen Sie die Einbeziehung eines Elektrikers nicht außer Acht lassen. Nur dieser darf die stromführende Anlage anschließen und in Betrieb nehmen.

Häufig gestellte Fragen

Zu Sanitärarbeiten gehören sämtliche Wasser- und Luftversorgungssysteme. Dazu gehören Trink- und Abwasserleitungen, Heizungs- und Lüftungsrohre sowie die Installation der Haustechnik und das Anbringen von Sanitärobjekten wie Waschbecken, WCs und Armaturen.

SHK, also Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik und HLS, für Heizung, Lüftung, Sanitär, meinen genau dasselbe. Es handelt sich um zwei Begrifflichkeiten, die synonym füreinander sind. SHK ist dabei der geläufigere Begriff.

Zu den Sanitärarbeiten gehören das Einrichten des Hausanschlusses mit den Trinkwasserentnahmestellen und der Anschluss an die Kanalisation. Außerdem gehören dazu der Einbau der Heizungs- und Lüftungssysteme sowie ggf. einer Klimaanlage. Ein zentraler Bereich ist auch das Bad mit allen Wasseranschlüssen und -abläufen, ggf. einem Waschmaschinenanschluss und schließlich die Installation aller Sanitärobjekte, wie Waschbecken, WCs, Armaturen und Heizkörper.

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