Heizung sanieren

Was gibt es bei der Heizungssanierung zu beachten?

05.09.2022  |  Ina Schulz | Lesedauer: 4 Minuten

Miniaturhaus mit Werkzeug und Heizung

Wann und wie soll man eine Heizung sanieren? Sanitär- und Heizungsanlagen gehören zu den grundlegenden technischen Ausstattungen in einem Wohnhaus, einem Gewerbebetrieb, im Produktionsunternehmen und in öffentlichen Gebäuden. Sie werden neu errichtet, gewartet, repariert oder am Ende ihrer Nutzungsdauer gegen innovative neue Technik ersetzt. Ein typisches Beispiel dafür ist der Austausch einer alten Ölheizung gegen ein neues System, das sich durch einen wesentlich effizienteren Verbrauch sowie einen geringeren CO2-Ausstoß auszeichnet.

Von der Gas-Brennwerttechnik bis hin zu Anlagen, die regenerative Energien wie Erdwärme nutzen, sind die Möglichkeiten vielfältig. Nicht alle sind überall gleichermaßen sinnvoll und einsetzbar. Geben Sie diese Entscheidung dem Fachmann vom Heizungsbau in die Hand. Er wird Sie beraten und mit Ihnen gemeinsam das System auswählen, mit dem Sie sich ein angenehmes Raumklima bei geringstmöglichen Kosten schaffen.

Was genau macht ein Fachbetrieb für Heizung & Sanitär?

Der Heizungs- und Sanitäranlagenbau wird von einem klassischen Handwerksbetrieb ausgeführt, der den Regularien der örtlichen Handwerkskammer unterstellt ist. Als Unternehmen, dessen fachgerechte Arbeit auf einem hohen Fachwissen und verantwortungsvoller Tätigkeit basiert, unterliegen Sanitär- und Heizungsbaubetriebe dem Meisterzwang.

Die Tätigkeitsbereiche solcher Betriebe gliedern sich in zwei Sektoren auf, die sich jedoch bei vielen Arbeiten überschneiden. Diese Sektoren sind der Heizungsbau sowie die Sanitärinstallation. Als charakteristisches Beispiel für diese Überschneidung dient die Installation von Rohrsystemen aus unterschiedlichen Materialien von Kupfer bis Kunststoff, die der Sanitärinstallateur genauso beherrschen muss wie der Heizungsbauer. Im Detail werden folgende Tätigkeiten diesen beiden Sektoren zugeordnet:

Techniker wartet Heizkessel
  • Heizungsbau:
    • Einbau von Heizzentralen und Thermen
    • Rohrverlegung zu den Heizsystemen
    • Montage sowie Anschluss von Fußbodenheizungen und Heizkörpern
    • Verlegung der Zuleitungen von Medien wie Gas oder regenerativen Energien (für Gasanschlüsse benötigt der Heizungsbauer eine spezielle Zertifizierung)
    • Inbetriebnahme, Wartung und Reparatur von Heizsystemen bis zu einer gewissen Anlagengröße
    • Auswahl der Heizsysteme, Planung und Berechnung
  • Sanitärinstallation:
    • Installation von Rohrsystemen für Kalt- und Warmwasser
    • Installation von Abwasserleitungen bis zum Kanal außerhalb des Gebäudes
    • Einbau von Duschen, Badewannen, Toilettenbecken, Waschbecken und ähnlichen Ausstattungen
    • Einbau von Warm- und Kaltwasserarmaturen
    • Montage von Badmöbeln
    • als zertifizierter Gasklempner Anschluss von Gasherden
    • Wartung und Reparaturen an den genannten Sanitäranlagen

In beiden Bereichen gibt es aber auch immer wieder Tätigkeiten, die artverwandt zu den genannten sind und zu denen Heizungs- und Sanitärinstallateur sowohl über das Fachwissen als auch über Spezialwerkzeuge verfügen.

Was ist beim Sanieren einer Heizung zu beachten?

Welche Arten von Heizungen gibt es?

Wurde noch vor wenigen Jahrzehnten fast überall mit Feuer in einem Ofen geheizt, so hat sich die Technik heute sehr viel weiter entwickelt. Es gibt inzwischen so viele verschiedene Heizungssysteme, dass eine vollständige Auflistung unmöglich scheint. Zudem gibt es für jede Heizungsart andere Vorgaben und Beschränkungen, sodass es beim Sanieren der Heizung viele Möglichkeiten gibt.

Öl- und Gasheizung waren lange der Standard. Zwei von drei Haushalten haben eines dieser Systeme, wobei Gas mit fast 50 Prozent hier deutlich dominiert. Weit abgeschlagen folgt die Fernwärme mit neun Prozent. Diese Art der Heizung ist allerdings nur in städtischen Wohngegenden möglich. Dabei wird die Abwärme von der Stromerzeugung mit Gas oder der Verbrennung von Biomasse oder Müll sowie teilweise von Industrieanlagen genutzt, um Wärme sowie warmes Wasser in die Haushalte zu liefern.

Nachhaltige Heizsysteme, wie Solarthermie, Erdwärme oder Wärmepumpen kommen bisher in jeweils bis zu zwei Prozent der Haushalte zum Einsatz. Insgesamt besteht hier also noch ein großer Nachholbedarf. Insbesondere, da ca. 17 Prozent der Heizungen dringend saniert werden müssen und weitere 30 Prozent bald fällig sind.

Besonders nachhaltig sind Wärmepumpen. Mit einem unschlagbaren Wirkungsgrad benötigen sie eine Kilowattstunde Strom, um daraus drei bis fünf kWh Wärme zu erzeugen. Dabei wird die natürliche Energie aus dem Erdreich, der Luft oder einem Grundwasservorkommen genutzt, um Wärme zu gewinnen. In Verbindung mit einer Photovoltaikanlage gelingt mitunter ein effizienter Energiekreislauf.

  • Gas-, Öl-Konstanttemperaturkessel
  • Gas-, Öl-Niedertemperaturkessel
  • Gas-, Öl-Brennwertheizung
  • Pelletheizung
  • Hackschnitzelheizung
  • Scheitholzvergaser
  • Luft-Wasser-Wärmepumpe
  • Sole-Wasser-Wärmepumpe
  • Wasser-Wasser-Wärmepumpe
  • Brennstoffzelle
  • Elektroheizung
  • Fernwärme
Luftwärmepumpe im Freien

Welche Förderungen gibt es?

Wer eine Heizung sanieren möchte, sollte immer auch nach Förderungen Ausschau halten. Denn der Austausch einer Heizung ist bei nachhaltigen Systemen mit ca. 30.000-50.000 Euro mit hohen Kosten verbunden. Davon kann man sich ein Viertel über Förderungen zurückholen. Reine Gas- oder Ölheizungen sind zwar günstiger, aber nicht mehr förderfähig. Die Regierung sieht sogar ein zeitnahes Aus für solche Heizsysteme vor. Daher ist es bei einer Sanierung besonders sinnvoll, gleich auf nachhaltige Energien zu setzen.

Derzeit wird der Einbau und Austausch von Heizungen gefördert, wenn diese mindestens zu 25 Prozent erneuerbare Energien nutzen, bspw. Warmwasser über Solarenergie oder Wärmeumwandlung über Wärmepumpen. Gefördert wird bis zu einer Höhe von 60.000 Euro Kosten pro Wohneinheit. Zudem gibt es beim Austausch von mindestens 20 Jahre alten betriebsfähigen Öl-, Gasetagen-, Gaszentral-, Kohle- oder Nachtspeicherheizungsanlagen einen Anreiz von weiteren zehn Prozentpunkten Förderung.

Doch auch die Optimierung einer mindestens zwei Jahre alten Heizung kann bereits gefördert werden. Dazu zählen bereits Maßnahmen wie die Dämmung von Heizungsrohren, z.B. im Keller, um die Heizwärme effizienter im Haus zu verteilen oder auch der Einbau einer neuen Mess-, Steuer- und Regelungstechnik.

Warum sollte ich eine Fachfirma beauftragen?

Heizungsanlagen sind komplexe Systeme, von deren einwandfreier Funktion Ihre Wohnqualität abhängt. Eine unzureichende Heizungsanlage kann Ihre Räumlichkeiten nicht wie gewünscht aufheizen und eine zu groß dimensionierte Anlage verpulvert die Heizkosten unnütz in die Umwelt. Eine nicht fachgerecht installierte Wasserleitung nervt Sie durch Blubber- und Klopfgeräusche, und im schlimmsten Fall verschafft Ihnen eine fehlerhaft ausgeführte Rohrverbindung die Überflutung Ihrer Räume.

Dies sind jedoch nur Äußerlichkeiten, die Ihnen große Probleme und immense Kosten durch notwendige Reparaturen und Nachbesserungen verursachen. Aus rechtlicher Sicht stellt sich Ihnen eine noch wesentlich wichtigere Frage. Ein befreundeter Heimwerker, der Ihnen eine Heizungsanlage aus Gefälligkeit einbaut oder erweitert, können Sie bei Schäden nicht in Regress nehmen. Mehr noch, bedeutet dies meist das Aus der Freundschaft.

Beauftragen Sie jedoch einen Fachbetrieb für Heizungs- und Sanitäranlagen, unterliegt dieser strengen Regularien bei fehlerhafter Ausführung. Innerhalb des fünfjährigen Gewährleistungszeitraumes ist er zur kostenlosen Nachbesserung bei nachweislich mangelhafter Ausführung verpflichtet. Die Herstellergarantie für eingebaute Armaturen und sonstige Ausstattung muss ein Fachbetrieb bei auftretenden Defekten ebenfalls regulieren.

Klimaanlagentechniker und Installationsvorbereitung
Häufig gestellte Fragen

Was macht ein Fachbetrieb für Heizung & Sanitär?

Der Heizungsbau wird klassischerweise von einem Handwerksbetrieb ausgeführt, der auf Sanitärarbeiten spezialisiert ist. Als Unternehmen, dessen fachgerechte Arbeit auf einem hohen Fachwissen und verantwortungsvoller Tätigkeit basiert, unterliegen Sanitär- und Heizungsbaubetriebe dem Meisterzwang.

Welche Arten von Heizungssysteme gibt es?

  • Gas- und Ölheizungen
  • Pelletheizung
  • Hackschnitzelheizung
  • Scheitholzvergaser
  • Wärmepumpen
  • Brennstoffzelle
  • Elektroheizung
  • Fernwärme

Wie wird die Sanierung einer Heizung gefördert?

Der Einbau und Austausch von Heizungen wird gefördert, wenn diese mindestens zu 25 Prozent erneuerbare Energien nutzen. Gefördert wird bis zu einer Höhe von 60.000 Euro pro Wohneinheit, wovon bis zu 25 Prozent zurückerstattet werden. Beim Austausch von 20 Jahre alten betriebsfähigen Öl-, Gasetagen-, Gaszentral-, Kohle- oder Nachtspeicherheizungsanlagen gibt es weitere zehn Prozent. Auch die Optimierung einer mindestens zwei Jahre alten Heizung wird bereits gefördert.

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