Modernisierungskredit

Immobilien modernisieren und Eigenkapital sparen

13.12.2021  |   Lesedauer: 6 Minuten

Besonders für Investoren ist ein Modernisierungskredit spannend, da das Eigenkapital das wertvollste Gut ist. Dank eines Modernisierungskredits wird das Eigenkapital nicht aufgebraucht. In diesem Ratgeber möchten wir Ihnen näherbringen, welche positiven Merkmale ein Modernisierungskredit besonders für Investoren mit sich zieht.

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine strategisch kluge Modernisierung führt u. a. zu einer Mieterhöhung und der Wertsteigerung des Objekts.
  • Vermieter können die jährliche Miete um acht Prozent der für die Immobilie aufgewendeten Modernisierungskosten erhöhen.
  • Einen Modernisierungskredit können Sie bei Ihrer Bank beantragen und darüber hinaus auch Fördergelder erhalten.
  • Zu den finanzierbaren Modernisierungen gehören u. a. Wärmedämmung, Fenster, Dach und Heizung.

Was ist eine Modernisierung und warum modernisiert man als Vermieter?

Als Vermieter kann entsprechend § 559 BGB die jährliche Miete um acht Prozent der für die Immobilie aufgewendete Kosten erhöhen. Eine strategisch kluge Modernisierung, die über einen Modernisierungskredit bezahlt wird, führt zu einer Mieterhöhung, der Wertsteigerung des Objekts und selten sogar zur Mehrzahl von Mieteinnahmen (bei Aufteilung in mehrere Wohnbereiche).

Was zu Modernisierungskosten zählt, ist eine wichtige Frage, da es juristisch unter § 559 BGB geklärt ist, ob die Kosten als Modernisierung absetzbar sind oder nicht. Schönheitsreparaturen und Arbeiten zur Erhaltung der Bausubstanz gehören ebenso wenig zu umlegbaren Kosten wie ein neuer Teppichboden.

Die Modernisierungserhöhung greift nur für Kosten, wenn

  • Dadurch eine erhebliche Steigerung des Gebrauchswerts Ihrer Wohnung eingetreten ist (z. B. durch eine Verbesserung des Wohnungszuschnitts)
  • Die Maßnahmen, die die allgemeinen Wohnverhältnisse auf Dauer verbessern (z. B. durch die Verbesserung der sanitären Einrichtungen) oder
  • Energie oder Wasser nachhaltig eingespart wird (z. B. durch Wärmedämmungs-/Isolierungsmaßnahmen)

Wertsteigerung durch einen Modernisierungskredit

Sobald ein Angebot vom Handwerker vorliegt, ist es möglich, in kürzester Zeit eine Finanzierungszusage für Ihren Modernisierungskredit zu erhalten.

Modernisieren ohne Eigenkapital: Was ist ein Modernisierungskredit?

Ein Modernisierungskredit ist ein zweckgebundener Konsumentenkredit. Er wird auch zweckgebundener Ratenkredit, Wohnkredit oder Sofortkredit genannt. Die genauen Vertragsbedingungen und -konditionen werden individuell zwischen Kreditgeber und -nehmer vereinbart. Der Zweck ist in diesem Fall die Modernisierung.

Eigenschaften eines Modernisierungskredits:

  • für Immobilienbesitzer
  • für den Werterhalt nutzbar
  • ohne Grundbucheintragung erhältlich
  • mit staatlichen Darlehen und Zuschüssen kombinierbar
  • Darlehen in einer Höhe von 5.000 bis 50.000 Euro

Die Bank zahlt das Darlehen aus und die Raten plus Zinsen werden regelmäßig getilgt. Da ein Modernisierungskredit zweckgebunden ist, ist er zu günstigen Konditionen erhältlich – wenn auch etwas teurer als bei einer reinen Baufinanzierung. Der Darlehensnehmer muss beweisen, dass er der Eigentümer der Immobilie ist, zum Beispiel durch Vorlage des Grundbuchauszugs.

Modernisierungskredite können zum reinen Werterhalt genutzt werden und sind daher sehr vielseitig einsetzbar. Solche Konsumentenkredite sind relativ unbürokratisch und auch bei niedrigen Darlehenssummen bis 50.000 Euro zu bekommen.

Beachten Sie aber:
Das Vorhaben sollte auf Modernisierung abzielen. Prüfen Sie zudem, ob es sich auch um einen echten, zweckgebundenen Modernisierungskredit handelt. Nur so können Sie von allen Vorteilen profitieren.

Modernisierungskredit schnell bekommen: Vereinfachtes Verfahren

  • Bis 10.000 Euro pro Wohnung
  • Keine Angabe zu den zukünftigen Betriebskosten in der Modernisierungsankündigung mehr nötig
  • 30 Prozent pauschale Kürzung für Erhaltungsarbeiten
  • Keine Härteeinwände der Mieter möglich
  • Weitere Modernisierungserhöhungen bei Häusern für fünf Jahre ausgeschlossen, bei ETW für zwei Jahre

Für wen ist ein Modernisierungskredit geeignet?

Modernisierungskredite gibt es für angehende Immobilienkäufer oder bestehende Immobilieneigentümer. Für Immobilienkäufer rentieren sich Modernisierungskredite nur unter bestimmten Voraussetzungen.

Gerade bei älteren Immobilien können umfangreiche Modernisierungsmaßnahmen erforderlich werden. Für Immobilieneigentümer, die Modernisierungen zwischen 5.000 und 50.000 Euro anstreben, ist der zweckgebundene Modernisierungskredit oft die sinnvollste Lösung. Zusätzlich kommt auch ein KfW-Darlehen oder ein staatlicher Zuschuss infrage. Der zweckgebundene Modernisierungskredit ist für Immobilienbesitzer bestens geeignet, weil er unkompliziert und trotzdem günstig ist.

Mieter können keinen Modernisierungskredit nutzen, denn sie sind nicht Eigentümer der Immobilie, nur Besitzer. Außerdem benötigen Mieter die Zustimmung des Eigentümers, um Modernisierungen vorzunehmen. Mit einem freien Ratenkredit können sie dennoch eine Modernisierung finanzieren. Allerdings ist die Darlehenshöhe begrenzt, die Zinsen meist teurer, da keine Grundbucheintragung erfolgen kann und ein Kredit nur sinnvoll, wenn der Mieter länger in der Wohnung leben wird.

Motive für eine Modernisierung

Idealerweise sollte ein Euro, der in eine Modernisierung investiert wurde, mindestens drei Euro Wertsteigerung erreichen. Modernisieren Sie daher nur das, was Ihr lokaler Mietmarkt wirklich fordert, und nur bis zu einem Niveau, das Ihrer Mieterzielgruppe entspricht – die es auch die nächsten Jahre noch gibt. Besonders gut lassen sich Modernisierungen mit Umnutzungen oder Aufteilungen kombinieren. So schafft man Synergien.

Modernisierungen rechnen sich daher an TOP-Standorten oft deutlich mehr als in C-Lagen, wie dem ländlichen Ostdeutschland. Hier rechnet sich eine Modernisierung nur auf ganz minimalem Niveau.

Modernisierungen, die weniger Wertsteigerung bringen als Sie kosten, sind immer zu vermeiden! Keine Gründe für eine Modernisierung sind:

  • Weil der Nachbar modernisiert hat
  • Einzig um Steuern zu sparen (Steuerersparnis darf immer nur ein zusätzlicher Vorteil, nie der Grund sein)
  • Um Zuschüsse der Gemeinde oder KFW zu erhalten (Besonders energetische Modernisierungen lohnen sich selten)
  • Um optisch zu verbessern
  • Weil der Handwerker meint, es sei erforderlich („Frag nie den Friseur, ob du eine neue Frisur brauchst“)
  • Nicht den Handwerker entscheiden lassen, was „Standard“ ist
  • Nur wegen der Modernisierungsumlage (acht Prozent) aufwerten

Modernisierungskosten beim Immobilienkauf mitfinanzieren

Die Modernisierungskosten (alles, was nicht Bodenbeläge oder Malerarbeiten sind) lassen sich je nach Bank bei der Finanzierung eines Immobilienkaufs zu 50 – 100 Prozent mitfinanzieren. Modernisierungen sind dabei: Heizung, Dach, Fenster, Grundrissverbesserungen, Türen, Elektrik, Sanitär/Bad und Wärmedämmung. Sanierungen, die nicht mitfinanziert werden können, sind dagegen: Bodenbeläge und Malerarbeiten.

Was Banken gar nicht mögen, sind Totalsanierungsobjekte. Die Grenze der mitfinanzierbaren Modernisierungskosten liegt dabei bei ca. 30 Prozent des Kaufpreises. Gehen Sie im Schnitt davon aus, dass 50 Prozent als wertsteigend von der Bank angesehen werden. Alles darüber schlägt auf den Beleihungsauslauf durch. Renovierung (Kosten für Malerarbeiten und Bodenbeläge) dagegen gar nicht, bzw. schlägt zu 100 Prozent auf den Beleihungsauslauf durch.

Eine Modernisierung bis zu 30 Prozent vom Kaufpreis mitzufinanzieren ist noch ein guter Wert, beim Kauf einer Immobilie jedoch zu viel. Hier wäre die Immotege-Strategie, die Modernisierung erst mal unter 30 Prozent zu reduzieren, das heißt die Renovierung gar nicht zu planen. Sondern hinterher mit einem Modernisierungsdarlehen (Blankokredit), das dann auch für Renovierung eingesetzt werden kann, den Rest zu machen. Vorausgesetzt, das Objekt hat nach der ersten Modernisierung schon eine Restnutzungsdauer und damit eine generelle Beleihbarkeit erreicht.

In der Hauptfinanzierung muss alles voll nachgewiesen werden. Alles im Modernisierungsdarlehen hängt dann wieder stark davon ab, wo das beantragt wurde – da geht es von überhaupt keine Nachweise bis zu 100 Prozent Nachweise.

Die Modernisierungskredite ganz ohne Nachweise will man sich aber meist für anderes aufsparen, daher wird man wohl eher dazu geneigt sein, seine Nachweise zu bringen. Wenn noch halbwegs überschaubar und auf diesem Weg aufgeilt, dann arbeitet ein professioneller Finanzierungsvermittler mit einer Übersicht, wo jedes Gewerk geschätzt wird – ggfs. mit ein paar Angeboten von Handwerkern dazu und ohne Architekten und genaue Planung.

Mehr zum Thema:
Wie hoch die Sanierungskosten für die einzelnen Gewerke ausfallen können, erfahren Sie in unserem Sanierungskosten-Ratgeber.

Haushaltsrechnung für Modernisierung optimieren

So schön es sein mag, über Modernisierungen die Steuerlast zu drücken, so sehr wird die Haushaltsrechnung durch den vorliegenden Steuerbescheid in Mitleidenschaft gezogen.

Es gibt jedoch die Möglichkeit, die Aufwendungen auf fünf Jahre zu verteilen. Dies glättet auch die Progression. Dies sollte bei engen Haushaltsrechnungen dann die bevorzugte Wahl sein, um auch auf dem Steuerbescheid konstante Einkommen zu haben, und ist auch unterm Strich, so schön sofortige Steuerrückerstattungen auch sind, durch Progressionsglättung dann die bessere Wahl.

Laut der Immotege-Strategie rendiert sich die Modernisierung und Vermietung einer Wohnung in C- oder D-Lagen am besten.
Laut der Immotege-Strategie rendiert sich die Modernisierung und Vermietung einer Wohnung in C- oder D-Lagen am besten.

Was muss ich bei der acht Prozent Modernisierungskostenumlage beachten?

Streitpunkt ist immer: Was genau ist Modernisierung, was Sanierung. Denn nur die anteilige Modernisierung kann auf den Mieter umgelegt werden mit acht Prozent über 12,5 Jahren bis max. 20 Prozent über die ortsübliche Vergleichsmiete hinaus. Die korrekte Reihenfolge ist immer erst eine normale Mieterhöhung (alle drei Jahre 15 – 20 Prozent) und dann erst die Modernisierungsmieterhöhung.

Im Regelfall läuft die Mietanpassung so ab:

  1. Mietanpassung 15 – 20 Prozent direkt nach Kauf: Wegen 15 Prozent anschaffungsnaher Erhaltungsaufwand keine umfangreichen Modernisierungen in den ersten drei Jahren
  2. Mietanpassung 15 – 20 Prozent nach drei Jahren bis max. ortsübliche Vergleichsmiete
  3. Mietanpassung Modernisierung acht Prozent über 12,5 Jahre bis max. 20 Prozent über ortsübliche Vergleichsmiete, max. drei Euro pro Quadratmeter Modernisierungserhöhung (in sechs Jahren) bei über acht Euro pro Quadratmeter bisherige Miete, max. zwei Euro pro Quadratmeter Modernisierungserhöhung (in sechs Jahren) bei unter acht Euro pro Quadratmeter bisherige Miete

Die Miete bleibt dauerhaft um die Modernisierungsumlage erhöht und wird NICHT nach 12,5 Jahren reduziert.

Mehr zum Thema:
Was gehört alles zu einer Sanierung und was zu einer Modernisierung? Erfahren Sie jetzt mehr dazu in unserem Ratgeber zum Thema Wohnungssanierung!

Immotege-Case/Strategie

Fallbeispiel anhand einer modernisierungsbedürftigen Vier-Zimmer-Wohnung mit WE-Vermietung im Ballungszentrum:

  1. Stark modernisierungsbedürftig erwerben, weil hier die Nachfrage geringer ist und somit der Preis sinkt – der Abschlag ist höher als die spätere Modernisierung kostet.
  2. Vier-Zimmer-Wohnung im Ballungsgebiet, Grundriss passend für WG-Vermietung
  3. Erdgeschoss innerstädtisch ohne Gartenanteil oder 3. / 4. Obergeschoss ohne Aufzug in Altbau sind wenig gefragt bei der sonstigen Hauptzielgruppe Eigennutzer für Vier-Zimmer-Wohnungen, sodass hier durch geringere Nachfrage der Preis wieder sinkt. Für das Konzept der WG-Vermietung an junge Leute reicht es jedoch.
  4. Günstig umfangreich sanieren, insbesondere Bad und optische Sachen, ggfs. Grundriss für WG-Vermietung anpassen, ein Euro investieren und um drei Euro wertsteigern, 50 Cent von der Steuer wiederholen (15 Prozent-Grenze beachten)
  5. Zimmerweise möbliert als WEG vermieten, um eine Überrendite zu erzielen (höherer qm-Mietpreis als bei klassischer Vermietung)

Für die zweite und dritte Wohnung mussten wir übernehmen, nachdem der Investor mit seinem schmalen Gehalt und keinem Eigenkapital mit der nächsten teuren Wohnung in Stuttgart nicht weiterkam. Die Mieteinnahmen der Untervermietung werden von der Bank nicht angesetzt (nicht nachhaltig), weil die Mieter keine eigene Küche/Bad haben.

Für die nächste Vier-Zimmer-Wohnung war wieder eine zimmerweise möblierte Vermietung geplant, auch hier konnte nur ortsübliche Vergleichsmiete gegenüber der Bank angesetzt werden, die zu einem negativen Cashflow aus Sicht der Bank nach allen Abschlägen in Ballungszentren wie Stuttgart führt. Wir haben es dann mit viel Mühe doch durchbekommen.

Beachten Sie dabei:
Um nachhaltig umfangreich zu wachsen, sollte, sofern nicht mit einem hohen Gehalt ausgeglichen werden kann, bei Sondervermietung wie Ferienvermietung, möblierte Vermietung oder zimmerweise WG-Vermietung, selbst mit der ortsüblichen Vergleichsmiete, bereits sechs Prozent Bruttomietrendite erreicht werden, damit nach 25 Prozent Bewirtschaftungskostenabschlag die Haushaltsrechnung aus Sicht der Bank nicht belastet wird.

Dies ist natürlich in Metropolregionen wie Hamburg, München, Frankfurt, Stuttgart nur schwer möglich. Weswegen entweder hier im Speckgürtel investiert werden kann oder ggfs. doch lieber in C- und D-Lagen klassisch vermietet werden sollte.

Die Empfehlung von Immotege ist die klassische Vermietung in schlechteren Lagen. Hier lassen sich im Einkauf am einfachsten gute Preise (mind. 20 Prozent unter Marktpreis) erzielen und entsprechende Brutto-Miet-Renditen ab sechs Prozent. Oft sogar mit entsprechendem Sicherheitspuffer von acht, zehn oder zwölf Prozent und damit selbst mit Beachtung von allen Bankabschlägen und Stressannuitäten.

Insbesondere in Stuttgart funktioniert die WG-Vermietung an Studenten jedoch selbst noch an den jeweils letzten S-Bahn-Haltestellen, die eine Stunde Fahrzeit vom Zentrum entfernt liegen. Prüfen Sie Ihren Standort, wie weit Sie mit dem Kontakt noch ins Umland gehen können, bei angemessen Vermarktungszeiträumen der WG-Zimmer.

Null-Steuer-Strategie durch Modernisierung im Privatbestand

Ein kleiner Teil der Immobilieninvestoren beherrscht das Null-Steuer-Spiel. Dabei werden die kompletten Gewinne (inkl. bereits bezahlter Lohnsteuer etc.) durch kreditfinanzierte Modernisierungen im Bestand, die drei Euro steuerfrei wertsteigern, aber nur einen Euro kosten, und noch auf den Mieter anteilig mit acht Prozent umlegbar sind, aber sofort (oder über fünf Jahre verteilt) von der Steuer abgesetzt werden, die ganze Einkommenssteuer weghauen.

Wird ein Flip-Bereich im Einzelunternehmen betrieben, kann man jedoch die Gewerbesteuer nicht loswerden. Die Einkunftsarten Gewerbebetrieb und V+V können die Gewerbesteuer nicht verrechnen und dann bleibt die Gewerbesteuer übrig. Solange nicht gewerblich, weil innerhalb der Drei-Objekt-Grenze, noch kein Problem, bei Überschreiten dann aber schon oder wenn eben sauber deklariert.

Voraussetzung:
Für die Null-Steuer-Strategie muss eine Modernisierungsvereinbarung mit der Stadt vereinbart werden.

Vor Beginn der Sanierungsmaßnahme muss mit der Gemeinde eine Modernisierungsvereinbarung abgeschlossen werden.

Diese Unterlagen benötigen Sie für die Vereinbarung:

  • Planunterlagen und Kostenermittlung nach DIN 276 durch Architekten; oder: eigene Kostenzusammenstellungen anhand von Unternehmerangeboten
  • Textliche Beschreibung der vorgesehenen Sanierungsmaßnahmen
  • Aktuelle Fotos vom Gebäude (innen und außen), die den Sanierungsbedarf belegen
  • Grundbuchauszug und Lageplan

Der Sanierungsbeauftragte der Gemeinde prüft, ob für das Bauvorhaben die steuerliche Abschreibung greifen kann, und erstellt im positiven Fall eine Modernisierungsvereinbarung. Die eingereichten Unterlagen werden dabei Anlage. Die Stellungnahme des Sanierungsbeauftragten kann Auflagen, die sich aus dem Sanierungskonzept der Gemeinde ergeben, enthalten. Das Bauvorhaben kann erst nach beiderseitiger Unterzeichnung beginnen.

Ist das Bauvorhaben beendet, prüft der Sanierungsbeauftragte die im Original vorzulegenden Rechnungen und Fotos nach der Modernisierung und stellt eine Bescheinigung über die anrechenbaren (also nicht zwingende alle) Modernisierungskosten für das Finanzamt aus. Die Bescheinigung wird bei der jährlichen Einkommensteuererklärung beigefügt, um die höhere Abschreibung zu erhalten.

Seitens des Sanierungsbeauftragten fallen Honorarkosten für die Prüfung der Planunterlagen, die Erstellung der Modernisierungsvereinbarung samt Stellungnahme sowie die Prüfung der Rechnungsbelege und Vorbereitung der Bescheinigung für das Finanzamt an. Oftmals gibt es auch Zuschüsse von der Gemeinde, wie z. B. 20 – 30 Prozent je Maßnahme, jedoch meist maximal 20.000 – 30.000 Euro, sofern mindestens 15.000 Euro investiert werden.

Eigenleistungen sind oft mit max. acht Euro pro Stunde und max. 15 Prozent des Gesamtinvestments ebenfalls förderbar. Neben Erneuerungen des Dachs oder energetischen Sanierungen ist oft auch die Modernisierung von Bädern förderbar. Eine Luxussanierung ist im Regelfall nicht förderbar (kann aber ohne Förderung umgesetzt werden). Oft ist es notwendig am äußeren Erscheinungsbild ebenfalls Verbesserungen vorzunehmen.

Das heißt, es wird z. B. nicht eine Modernisierung des Bades allein bezuschusst, wenn Dach und Fenster in einem schlechten Zustand sind. Da sich Wärmedämmung meist nicht rechnet, könnte man hier analog wie mit dem Ausnahmetatbestand der EnEV (Energieeinsparverordnung) dagegen argumentieren. Dies sind jedoch alle Punkte, die grundsätzlich individuell mit der Stadt verhandelt werden können in der Sanierungsvereinbarung, die vor Beginn der Maßnahmen mit der Stadt geschlossen werden muss. Maßnahmen, die vor Abschluss der Sanierungsvereinbarung geschlossen wurden, werden nicht gefördert.

Für den Umbau zu einem barrierefreien Bad können Sie Fördergelder erhalten.
Für den Umbau zu einem barrierefreien Bad können Sie Fördergelder erhalten.

Fördermöglichkeiten bei Sanierung

Die Fördergelder wurden erhöht! Seit diesem Jahr dürfen Eigentümer, die Ihr Objekt durch eine Renovierung modernisieren möchten, mit mehr finanzieller Unterstützung rechnen.

Eine Modernisierung, ob mit oder ohne Modernisierungskredit, sollte investmenttechnisch auch ohne Förderungen Sinn ergeben. Eine Förderung darf nur die Kirsche auf der Sahnehaube sein.

Die staatlichen Förderungen werden auf zwei Modernisierungen unterteilt:

  • energetische Sanierung
  • Umbau zur Barrierefreiheit

Energetische Sanierung

Der Gebäudesektor macht 40 Prozent des Energieverbrauchs in Deutschland aus. Neubauten müssen die Vorgaben der Energieeinsparverordnung (EnEV) einhalten für ein Mindestmaß an Energieeffizienz. Beim Altbau muss der Eigentümer dagegen aus eigener Einschätzung energetische Sanierung feststellen.

Das Programm „Erneuerbare Energien“ gibt Ihnen Potenzialität, das Investitionen in Photovoltaikanlagen unterstützt werden. Das Programm „Energieeffizient Sanieren“ stellt einen Ergänzungskredit bereit, indem sich der Fokus ebenso auf die erneuerbaren Energien beruhen. Ein Darlehen von bis zu 50.000 Euro je Wohneinheit können im Zusammenspiel mit Investitionszuschüssen aus dem „Marktanreizprogramm“ des BAFA in Anspruch genommen werden. Der Einbau von thermischen Solarkollektoren, Biomasseanlagen wie Pelletöfen, Scheitholzkessel oder Wärmepumpen werden gefördert.

Innovativität und besonders effiziente Maßnahmen werden mit einem Extra-Bonus belohnt. Darüber hinaus gibt es beim BAFA Zuschüsse für den Einbau von Mini-Blockheizkraftwerken bis 20 kW elektrischer Leistung im Gebäudebestand.

Umbau zur Barrierefreiheit

Sanierungen werden nicht nur aus energetischen Gründen veranlasst. Senioren müssen ihr Eigenheim zur gegebenen Zeit seniorengerecht umbauen, da sie auch bei körperlichen Beeinträchtigungen den Alltag ohne fremde Hilfe bewältigen müssen.

Zinsvergünstigte Kredite werden im KFW-Programm „Altersgerecht Umbauen“ bei Barriere reduzierenden Maßnahmen je Wohneinheit gefördert. Über das „KfW-Wohneigentumsprogramm“-Förderangebot kann jeder, der eine Gebraucht­immobilie zur Eigennutzung erwirbt, einen Kredit erhalten. Bis zu fünf tilgungsfreie Anlaufjahre erleichtern die Investition, die ganz im Sinne der Politik ist.

Wichtig für Vermieter mit Mietern gehobenen Alters:
Modernisieren Sie unbedingt barrierefrei! So ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass die Mieterzufriedenheit steigt; und Sie sind mit weniger Mieterwechsel beschäftigt, weil die Mieter nicht aus Altersgründen umziehen müssen. Ganz einfach umgesetzt mit einem Modernisierungskredit ohne Eigenkapital.

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Häufig gestellte Fragen

Was fällt unter einen Modernisierungskredit?

Modernisierungen, die unter einen Modernisierungskredit fallen, sind: Heizung, Dach, Fenster, Grundrissverbesserungen, Türen, Elektrik, Sanitär/Bad und Wärmedämmung. Sanierungen werden dagegen nicht mitfinanziert, wie das z. B. bei Bodenbelägen und Malerarbeiten der Fall ist.

Wie bekommt man einen Modernisierungskredit?

Ein Modernisierungskredit ist ein zweckgebundener Konsumentenkredit, den Sie bei Ihrer Bank beantragen können. Darüber können Sie auch Fördergelder für zwei Modernisierungen bekommen: die energetische Sanierung und der Umbau zur Barrierefreiheit.

Wie hoch kann ein Modernisierungskredit sein?

Modernisierungskredite können zum reinen Werterhalt genutzt werden und sind daher sehr vielseitig einsetzbar. Solche Konsumentenkredite sind relativ unbürokratisch und auch bei niedrigen Darlehenssummen bis 50.000 Euro zu bekommen.

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