BAUÜBERWACHUNG
– SO GELINGT’S!

Mit der Bauüberwachung alle Details im
Blick haben und erfolgreich sanieren

16.03.2021   Lesedauer: 9 Minuten

Ist die Sanierungsplanung abgeschlossen, beginnen endlich die Bauarbeiten. Aber: eine Sanierung zu überwachen ist zeitintensiv und fordert viele Ressourcen. Es ist also nicht verwunderlich, dass viele Auftraggeber sich vor dieser Aufgabe scheuen. Besonders ohne entsprechendes Fachwissen stellt die Bauüberwachung eine große Herausforderung dar. Die Angst etwas zu übersehen oder einen Fehler zu machen ist ganz normal. Schließlich geht es bei einer Wohnungssanierungen in der Regel um größere Summen. Deswegen können auch kleine Entscheidungen zu hohen Kosten führen. Dabei muss die Bauüberwachung kein Kopfzerbrechen bereiten. Wir erklärenwie Sie Ihr Bauvorhaben mit 5 Tipps übersichtlich und unkompliziert verfolgen.  

Die wichtigsten Fragen zur bauüberwachung

Auf Baustellen kann es schnell hektisch werden, die Kommunikation stockt und es passieren Fehler. Mängel zu beseitigen ist teuer und zeitintensiv – ein Kostenfaktor, den es also zu vermeiden gilt. Damit mangelhafte Arbeiten so früh wie möglich aufgedeckt werden – oder im Idealfall gar nicht erst entstehen – gibt es die Bauüberwachung. Diese verfolgt den Fortschritt der Sanierungsarbeiten, dokumentiert erbrachte Leistungen und ist der erste Ansprechpartner bei Problemen. Zu den weiteren Aufgaben des Bauüberwachers gehört es, Bautagebuch zu führen und Termine im Auge zu behalten. Um diesen Pflichten nachzukommen, begeht der Bauüberwacher die Baustelle regelmäßig. Auffälligkeiten und Mängel werden schriftlich und mit Bildern festgehalten.  

Die Aufgaben der Bauüberwachung sind breit gefächert und die damit einhergehende Verantwortung ist nicht zu unterschätzen. Deswegen gibt es, besonders bei großen Projekten, einen Bauüberwacher. Bei kleinen Projekten ist es üblich, dass der Auftraggeber die Bauüberwachung selbst übernimmt. Überlegen Sie sich vor Beginn der Bauarbeiten, ob Sie dafür die nötige Zeit erübrigen können. Denn, wie aus den Aufgaben hervorgeht, bringt dieser Position eine gewisse Verantwortung mit sich. Letztlich liegt es im Aufgabenbereich des Bauüberwachers, Mängel zu verhindern oder zumindest frühzeitig festzustellen. Aber wer darf die Bauüberwachung eigentlich durchführen? Das legt die jeweilige Landesbauordnungen fest. Dort finden Sie detaillierte Erläuterungen zu den berechtigten Personengruppen. In der Regel ist der Bauleiter für die Überwachung zuständig. Die Rolle des Bauleiters kann dabei von Architekten, Ingenieuren oder dem Auftraggeber übernommen werden.  

Die Bauüberwachung stellt sicher, dass alle Arbeiten termingerecht geleistet werden und qualitativ einwandfrei sind. Treten Unregelmäßigkeiten auf, hält der Bauleiter dies schriftlich und mit Bildern fest. Im Bautagebuch hält der Bauleiter alle Entwicklungen, Probleme oder Mängel fest. Mit Hilfe dieser schriftlichen Dokumentation lassen sich potenzielle Konflikte leichter lösen. Außerdem prüft die Bauüberwachung, ob die Sicherheit auf der Baustelle gewährleistet ist und den örtlichen Vorschriften entspricht. Im Zuge der Rechnungsprüfung kontrolliert der Bauleiter die Kosten für das Bauvorhaben. Dadurch vermeiden Sie unnötige Ausgaben und strapazieren das Budget nicht unnötig. Die Bauüberwachung stellt also sicher, dass das Bauvorhaben nach Plan läuft und ist bei Fragen die erste Ansprechperson 

Bauüberwachung in 5 Schritten

Die Bauüberwachung ist eine anspruchsvolle Aufgabe – wir verraten, mit welchen Tricks Sie diese Aufgabe meistern! Aus langjähriger Erfahrung haben unsere Doozer Experten fünf Tipps gesammelt, mit denen die Bauüberwachung gelingt.  

  1. Fordern Sie eine schriftliche Dokumentation über den Baufortschritt ein 
  2. Sammeln Sie alle relevanten Dokumente und Absprachen an einem Ort 
  3. Halten Sie Absprachen schriftlich fest 
  4. Begehen Sie die Baustelle jede Woche selbst 
  5. Hinterfragen Sie Entscheidungen 
Schritt 1: Baufortschritt dokumentieren

Wenn es um die Dokumentation des Baufortschrittes geht, setzten viele Auftraggeber zu viel Vertrauen in die Handwerker. Handwerker sind darauf spezialisiert Sanierungsarbeiten auszuführen, nicht zu dokumentieren. Ganz im Gegenteil, für viele Handwerker ist die Bürokratie eine lästige Zusatzaufgabe. Deswegen empfehlen wir: verlassen Sie sich nicht auf die Handwerker, wenn es um die Baudokumentation geht. Fordern Sie deswegen Ihre Handwerker auf, alle Fortschritte schriftlich und mit Bildern zu dokumentierenDiese Informationen können dank digitaler Angebote schnell mit dem Auftraggeber geteilt werden. Sie haben Wohnungen in ganz Deutschland und können den Baufortschritt nicht für jede einzelne Einheit vor Ort verfolgen? Bitten Sie den Bauleiter, alle relevanten Unterlagen regelmäßig digital mit Ihnen zu teilen, zum Beispiel per E-Mail. So sind Sie immer auf dem neuesten Stand und reduzieren gleichzeitig den Zeit- und Kostenaufwand der Bauüberwachung. 

Schritt 2: UNterlagen bündeln

Sammeln Sie alle Unterlagen, die das Bauvorhaben betreffen, und bewahren Sie diese an einem Ort auf. Nutzen Sie dafür am besten ein digitales Angebot, so verlieren Sie keine Unterlagen. Außerdem können alle Parteien Dokumente zentral ablegen und anderen Beteiligten zur Verfügung stellen. Inzwischen gibt es zahlreiche Softwarelösungen, mit denen eine zentrale Verwaltung von Unterlagen ein Leichtes ist. Wir empfehlen: richten Sie mindestens ein zentrales E-Mail-Postfach ein. Dort können Sie dann die gesamte Kommunikation zu einem Auftrag sammeln und speichern. Unternehmen empfehlen wir allen Mitwirkenden Zugriff auf das E-Mail-Konto zu ermöglichen. So stellen Sie sicher, dass auch bei Abwesenheit die Kommunikation nicht stockt und alle Parteien immer auf dem neuesten Stand sind. 

Schritt 3: Absprachen aufschreiben

Unser dritter Tipp hängt mit der Aufbewahrung der Unterlagen zusammen: halten Sie Absprachen unbedingt schriftlich fest! Aus diesem Grund raten wir von Besprechung in Person oder am Telefon ab. Viele Gespräche und Verhandlungen laufen am Telefon ab, sei es aus Zeitgründen oder weil nicht alle Beteiligten am selben Ort sind. Manchmal lassen sich persönliche Absprachen also nicht vermeiden. In diesem Fall raten wir dazu, das Gespräch und sämtliche Entscheidungen im Nachgang per E-Mail schriftlich festzuhalten. Machen Sie sich während dem Gespräch Notizen und schicken Sie diese im Anschluss an die beteiligten Parteien. Kommt es zu einem Interessenkonflikt, sind mündliche Absprachen nicht mehr nachweisbar.

Schritt 4: Wöchentliche Vor-Ort Begehung

Eine Wohnung zu sanieren beansprucht viel Zeit. Versuchen Sie trotzdem jede Woche mindestens einmal die Baustelle persönlich zu begehen. Das macht es leichter, sich einen Eindruck vom Fortschritt der Sanierungsarbeiten zu verschaffen. Vielleicht gibt es Probleme bei den Malerarbeiten oder die Elektrik wurde nicht fachgerecht installiert. Arbeiten Handwerker mit Subunternehmen können solche Probleme schnell untergehen. Niemand fühlt sich verantwortlich den Bauherrn zu informieren. Im schlimmsten Fall verzögern sich die Arbeiten. Deswegen raten wir: gehen Sie jede Woche einmal auf die Baustelle und begutachten Sie den aktuellen Stand der Arbeiten. Am besten machen Sie die wöchentliche Vor-Ort-Begehung von Anfang an zur Routine. So können Sie sich regelmäßig mit den Handwerkern austauschen und Probleme schneller aufdecken.  

Schritt 5: Entscheidungen hinterfragen

“Es läuft”. Diesen Satz hören Sie oft von Handwerken, wenn man sich nach dem aktuellen Stand der Sanierungsarbeiten erkundigt. Vertrauen Sie nicht blind den Aussagen der HandwerkerLassen Sie sich durch Bilder und einer ausführlichen schriftlichen Dokumentation auf dem Laufenden halten. Und ganz wichtig: begehen Sie die Baustelle so oft wie möglich selbst! Ihre Vorstellungen zu Terminen oder Leistungen können von den Vorstellungen der Handwerker abweichen. Deswegen raten wir: Sprechen Sie regelmäßig mit den Handwerkern über Ihre Zielvorstellungen und TermineOb auf der Baustelle wirklich alles nach Plan verläuft können Sie am besten einschätzen, wenn Sie in regelmäßigen Abständen den Baufortschritt selbst überwachen. 

Der nächste Schritt

Fliesen sind verlegt, Wände frisch gestrichen und die Endreinigung wurde durchgeführt. Sind alle Arbeiten abgeschlossen steht im letzten Schritt die Abnahme an. Worauf Sie achten müssen und wie Sie eine Baustelle abnehmen, erklären wir in unserem Beitrag zum Thema Bauabnahme.  

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