Bauabnahme – darauf sollten
Sie achten!

Wir verraten Ihnen, wie die Bauabnahme gelingt!

23.03.2021  Lesedauer: 9 Minuten

Die Bauabnahme ist der letzte Schritt einer Wohnungssanierung. Für Handwerker gehört die Baubegehung und finale Abnahme zum Tagesgeschäft. Für Auftraggeber hingegen kann die Bauabnahme komplettes Neuland sein. Besonders wenn Sie zum ersten Mal sanieren, stellt das Abnehmen der Arbeiten oft eine Herausforderung dar. Denn die Verantwortung ist groß: mit der Abnahme bestätigten Sie die vertragsgerechte Ausführung aller Arbeiten des Handwerkers. Dabei können Sie mit einigen Tipps und Tricks dem Thema Bauabnahme ganz gelassen entgegenblicken. Wir verraten Ihnen, worauf Sie bei der Abnahme von Bauleistungen achten müssen.  

Die wichtigsten Fragen zur bauabnahme

Was genau ist eine Bauabnahme eigentlich? Der Begriff selbst verrät bereits, dass es um das Abnehmen von Baumaßnahmen handelt. Zweck der Bauabnahme ist festzustellen, dass alle Arbeiten erledigt und sämtliche Mängel entfernt sind. Während den Sanierungsarbeiten ist das die Aufgabe der Bauüberwachung. Als Auftraggeber bzw. Bauherr bestätigen Sie dem Handwerker, dass Sie mit der Ausführung der Arbeiten zufrieden sind. Deswegen ist die Bauabnahme vom Auftraggeber durchzuführen.

Der Handwerker muss die Abnahme nicht unterschreiben, nur Sie als Bauherr. Kleine Arbeiten, wie beispielsweise eine finale Endreinigung, können zum Zeitpunkt der Abnahme noch ausstehen. Das Handwerksunternehmen muss vor der Abnahme sämtliche Mängel auf der Baustelle beseitigen. Treten Probleme erst nach der Abnahme auf, kann es teuer werden. Denn nach der Abnahme liegt die Beweisleast beim Auftragsgeber. Und um Mängel nachzuweisen, müssen oft teure Gutachter zur Rate gezogen werden. Sparen Sie sich diesen Ärger und die Kosten, indem Sie die Arbeiten auf der Baustelle aufmerksam verfolgen und eine ausführliche Baudokumentation erstellen.  

Mit der Abnahme endet der Bauvertrag und die fünfjährige Garantiepflicht des Handwerkers beginnt. Die Länge der Garantie ist gesetzlich geregelt und greift automatisch, solange keine zusätzlichen Vereinbarungen bestehen. Mit einer Teilabnahme überträgt der Handwerker also die Haftung auf Sie, bevor alle Arbeiten auf der Baustelle abgeschlossen sind. Denn mit der Bauabnahme dreht sich die Beweislast um. Bis zum Zeitpunkt der Abnahme muss der Handwerker beweisen, dass die Wohnung ohne Mängel ist. Sobald Sie die Arbeiten abnehmen, liegt es bei Ihnen, Mängel nachzuweisen. Dafür werden oft Sachverständige benötigt. Die Kosten für den Sachverständigen übernimmt die Partei, die Mängel nachweisen möchte. Nach der Abnahme liegt dieser Kostenfaktor bei Ihnen als Auftraggeber.  Deswegen raten wir von Teilabnahmen ab. Denn durch Teilabnahmen es wird schwieriger, den Überblick über die einzelnen Abnahmen zu behalten.

Unsicherheit vor der Bauabnahme ist ganz normal, schließlich geht es bei Sanierungen um große Summen. Deswegen empfehlen wir: lassen Sie sich nicht zur Abnahme drängen! Nehmen Sie die Baustelle erst dann ab, wenn wirklich alle Arbeiten zu Ihrer Zufriedenheit fertiggestellt sind. Benutzen Sie ein Abnahmeprotokoll, in dem Sie Mängel schriftlich festhalten. Behalten Sie immer mindestens eine Kopie des Abnahmeprotokolls für ihre Unterlagen – vielleicht brauchen Sie es zu einem späteren Zeitpunkt! Haben Sie keine Angst auch die Vertragsstrafen offen anzusprechen.  

Bauabnahme in 5 Schritten

Die Handwerker sind fertig, die Baudokumentation ist abgeschlossen jetzt gilt es die Baustelle abzunehmen. Die Bauabnahme ist der letzte Schritt vor der Rechnungsstellung. Spätestens jetzt müssen Mängel festgestellt und behoben werden. Unsere Experten haben fünf Tipps, die Ihnen bei der Abnahme einer Sanierung helfen.

  1. Begehen Sie die Baustelle selbst 
  2. Nutzen Sie eine Mängelliste nach VOB 
  3. Halten Sie Mängel schriftlich und bildlich fest 
  4. Setzten Sie Fristen zur Beseitigung der Mängel 
  5. Prüfen Sie die Rechnung 
Schritt 1: baustelle begehen

Als Bauherr ist die Abnahme der Baustelle Ihre Aufgabe. In der Regel informieren Sie den Handwerker zwei Wochen vorher über die bevorstehende Abnahme. Dieser Zeitrahmen ermöglicht es den Handwerkern die restlichen Arbeiten zu beenden. Bereiten Sie sich auf die Abnahme vor, indem Sie eine Checkliste mitnehmen. Für die Abnahme begehen alle Parteien die Baustelle gemeinsam. Dabei begutachten Sie die vollbrachten Arbeiten und überprüfen diese auf Qualität der Ausführung. Es sind noch nicht alle Maßnahmen fertig oder etwas stimmt nicht? Halten Sie das unbedingt schriftlich fest. Benutzen Sie dafür ein Bauabnahmeprotokoll oder ziehen Sie einen Sachverständigen zur Rate. Äußern Sie Ihren Vorbehalt hinsichtlich Mängel und sprechen Sie, falls nötig, auch Vertragsbruchstrafen an.  

Schritt 2: CHeckliste nach VOB

Schaffen Sie am besten von Anfang an klare Verhältnisse, indem sie die Bauabnahme direkt im Vertrag regeln. Auf Baustellen wird es schnell unübersichtlich. Damit Sie trotzdem den Überblick behalten, und keine Details übersehen, empfehlen wir eine Checkliste für die Bauabnahme. Das Abnahmeprotokoll hilft Ihnen, Probleme zu dokumentieren. Außerdem stellen Sie so sicher, keine wichtigen Aspekte der Abnahme zu vergessen. Das ist besonders nützlich, wenn innerhalb der gesetzlichen Garantie Mängel auftreten. 

Schritt 3: Mängel dokumentieren

Regeln Sie die Abnahme direkt im Vertrag. Die schriftliche Bauabnahme erfolgt, wenn die Wohnung sicher und bezugsfertig istWird die Wohnung bezogen und es findet keine Abnahme statt, kann der Handwerker das als Abnahme werten. Das ist ein potenzielles Problem für Sie als Auftraggeber: sobald die Wohnung bezogen ist, sind Mängel nur noch schwer nachzuweisen. Schließlich können die Mängel auch durch den Bezug entstanden sein. 

Die Bauabnahme ist die offizielle Beendigung des Bauvertrages. Deswegen tritt ab dem Zeitpunkt der Abnahme die Garantie in Kraft. Findet die Abnahme früher statt, endet die Garantie dementsprechend früher. Nutzen Sie deswegen ein Abnahmeprotokoll, auf dem Sie alles Absprachen schriftlich und mit Datum festhalten.

Schritt 4: Fristen setzten

Sie begehen die Baustelle und stellen Mängel fest? Dann besteht der nächste Schritt darin, Firsten zur Beseitigung der Mängel zu setzen. Auch hier gilt: sprechen Sie sich mit dem Handwerksunternehmen ab. Stellen Sie keine unrealistischen Forderungen, sondern informieren Sie sich ob Ihre Erwartungen realistisch sind. Manchmal können Mängel erst zu einem späteren Zeitpunkt behoben werden, beispielweise wenn der Handwerker mit einem anderen Auftrag beschäftigt ist. Fragen Sie bei Bausachverständigen nach oder besprechen Sie Ihre Vorstellungen mit Personen, die Erfahrung mit Sanierungen haben. So können Sie den Handwerkern von Anfang an machbare Fristen setzen.  

Schritt 5: rechnung prüfen

Wenn die Sanierungsarbeiten qualitativ und qualitativ zu Ihrer Zufriedenheit fertig gestellt sind, steht die Rechnungsfreigabe an. Vergewissern Sie sich, dass alle Arbeiten abgeschlossen und sämtliche Mängel behoben sind. Bitten Sie eine neutrale Person, sich die Rechnung anzuschauen und sprechen Sie einzelne Positionen durch. So können Sie Unklarheiten aufdecken und Rücksprache mit dem Handwerker halten. Prüfen Sie die Rechnung eingehend bevor Sie den Handwerker bezahlen. Sind alle Fragen geklärt und alle Leistungen erbracht können Sie die Rechnung begleichen und sich über die frisch sanierte Wohnung freuen.

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