Sanierungen mit Fotos richtig planen und dokumentieren – so funktionierts!

Fotodokumentation

29.03.2022  |  Maria Schmid

Mithilfe einer Fotodokumentation richtig dokumentieren

Eine Fotodokumentation hält die wichtigsten Informationen der Sanierung bildlich fest. Die Fotos des Ist-Zustands helfen dem Handwerksunternehmen dabei, die Sanierungswünsche besser einschätzen zu können. Aber auch als Auftraggeber sind Fotos wichtig. Sie helfen dabei, die Ausgangssituation festzuhalten und den Umfang und die Ziele der Sanierung zu bestimmen. So ist es leichter, die richtigen Leistungen und Produkte bereits während der Planung auszuwählen und Nachträge zu vermeiden.

Bilder dürfen also nicht zu dunkel, verwackelt oder unscharf sein. Auf dem Bildermaterial müssen technisch relevante Details klar erkennbar sein (Steckdosen, Leitungen, Heizkörper). Bei großen Räumen eignet sich dafür die Weitwinkel-Funktion. Wie man eine gute Fotodokumentation erstellt, zeigen wir Ihnen in diesem Beitrag.

Unsere Fotodokumentation gibt es auch als Checkliste zum Download!

Was ist eine Fotodokumentation?

Mit einer Fotodokumentation hält man den Zustand der Wohnung bei einer Sanierung fest. Dabei ist es wichtig, die aktuelle Beschaffenheit des Objektes in allen Phasen chronologisch zu dokumentieren.

Vor Beginn wird der Ist-Zustand der Immobilie im Zuge der Leistungsaufnahme festgehalten. Ist die Baustelle in vollem Gange, erfolgt die Baufortschrittsdokumentation. In diesem Schritt wird der Fortschritt auf der Baustelle mit Bildern dokumentiert. Nach Fertigstellung der Arbeiten steht die Abnahme an. Auch hier ist es wichtig, mit Fotos zu arbeiten, um eventuelle Mängel zeitnah und korrekt zu erfassen. 

Warum dokumentiert man Baustellen mit Fotos?

Warum eine gute Fotodokumentation bei jeden Sanierungsvorhaben wichtig ist, hat mehrere Gründe. Zum einen hilft es dem Handwerksbetrieb, den Sanierungsumfang besser einzuschätzen. Je mehr Anhaltspunkte der Auftragnehmer vor Beginn der Arbeiten hat, desto besser, denn: So kann das Ausmaß der Arbeiten besser kalkuliert werden. Auftraggeber brauchen eine lückenlose Dokumentation der Bauarbeiten, denn im Zweifelsfall dienen die Bilder als Beweise für mangelhaft ausgeführte Arbeiten. Informationen über den Baufortschritt sollten mit Bildern und schriftlich erfasst sowie digital abgespeichert werden. 

Sanierungsumfang einschätzen

Erhält der Handwerker Fotos von der Wohnung im unsanierten Zustand, fällt eine Erstscheinschätzung deutlich leichter. Fragen zur Machbarkeit, Dauer und Aufwand des Projekts lassen sich besser abwägen. Auch kann der Handwerksbetrieb den Personalbedarf realistisch einschätzen und somit genau planen, wie viele Mitarbeiter für das Bauvorhaben nötig sind. 

Anhaltspunkte für Handwerker

Wird der Ist-Zustand der Wohnung bei der Leistungsaufnahme mit Bildern festgehalten, können Handwerker sich direkt einen Eindruck vom aktuellen Zustand der Immobilie machen und besser einschätzen, wie aufwendig die Sanierung wird. Mit ihrem geschulten Auge können Handwerker gegebenenfalls auch Probleme rechtzeitig erkennen, sodass weniger Nachträge nötig sind. Fehlt dem Auftraggeber das technische Fachwissen, sind Beschreibungen oft nicht hilfreich für den Handwerker. Bilder sind aussagekräftiger und der Handwerker erkennt sofort, wo Sanierungsbedarf besteht.  

Fotodokumentation des Baufortschritts

Während der Bauarbeiten ist es wichtig, die Arbeiten regelmäßig zu dokumentieren. Treten Probleme auf, dienen Bilder als wichtige Beweise. Aufnahmen können mit mobilen Geräten wie Mobiltelefonen oder Tablets gemacht werden. Die Bildqualität der Kameras ist bei neueren Modellen in der Regel ausreichend für gute und aussagekräftige Bilder. 

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Wie dokumentiert man Sanierungen richtig?

Um eine korrekte Fotodokumentation gilt es, einige Hinweise zu beachten. Denn nicht nur die technischen Anforderungen müssen erfüllt sein. Das Bildmaterial muss einheitlich benannt und zentral abgespeichert werden.

Worauf muss man bei einer Fotodokumentation achten?

  • Technische Voraussetzungen: Die Kameraqualität moderner Smartphones ist oft ausreichend.
  • Belichtung: Für die besten Ergebnisse tagsüber fotografieren. Denn im Tageslicht werden Farben am besten dargestellt. Nicht immer ist der Blitz sinnvoll, daher mehrere Varianten testen und Bilder prüfen. 
  • Perspektive: Den richtigen Winkel finden (Weitwinkelfunktion, von oben, aus einer Ecke des Zimmers).
  • Großwinkelaufnahmen und Detailaufnahmen: Aufnahmen vom „großen Ganzen“, um einen Überblick zu haben, detaillierte Aufnahmen, um Details festzuhalten. Jeden Raum immer aus mindestens 2 Perspektiven fotografieren. 
  • Relevante Stellen im Raum fotografieren: Wichtigen Motive müssen relevant für das Bauvorhaben und gut erkennbar sein.
  • Fotoarchiv: Bilder logisch und einheitlich benennen (z.B. Datumrückwärts_Auftrag_Bildnummer_Raum, z.B. JJJJMMTT_DZS-0815_001..002..003.._Bad) und zentral verwalten.
  • Zu dunkel
  • Nicht aussagekräftig genug
  • Tier/Person auf dem Foto
  • Verwackelt
  • Falscher Kamerawinkel
  • Wichtige Daten nicht erkennbar
  • Unscharf
  • Armaturen nicht erkennbar
  • Ausschnitt schlecht gewählt
  • Guter Kamerawinkel
  • Ausreichende Belichtung
  • Aussagekräftig
  • Scharfes Bild
  • Guter Blickwinkel
  • Technische Details erkennbar
  • Übersichtlich
  • Armaturen gut erkennbar
  • Gute Beleuchtung
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Was sind die häufigsten Fehler bei einer Fotodokumentation?

  • Wichtige Stellen sind verdeckt: z.B. durch Möbel, Menschen, Tiere. 
  • Unscharfe, verschwommene oder verwackelte Bilder, durch Dreck oder Fingerabdrücken auf der Linse oder weil die Auflösung unzureichend ist. Insbesondere für den Zoom auf Details sollte die Qualität ausreichend gut sein.  
  • Nicht aussagekräftige Bilder: Fotos von einer weißen Wand sind nicht hilfreich und schwer einzuordnen.
  • Details bei wichtigen Beschilderungen/Beschriftungen nicht lesbar: Aufschriften auf Rohren oder Sicherungskästen sind nicht lesbar 
  • Bilder nicht einheitlich benennen: das richtige Bildmaterial bei inkonsistenter Benennung zu finden, ist schwierig.
  • Perspektive: Fotos werden nicht aus demselben Winkel gemacht

Detailaufnahme oder Totale: was ist besser bei der Fotodokumentation?

Besonders wichtig bei der Fotodokumentation sind die richtigen Motive und, dass man auf den Bildern alle relevanten Stellen deutlich erkennt. Es gibt einige Objekte und Stellen, bei denen Detailaufnahmen unerlässlich sind. Bei anderen Motiven sind Details überflüssig, nur die Totale wird benötigt. Die folgende Handlungsanleitung enthält wichtige Tipps und Tricks für eine gelungene Fotodokumentation

Elektrik und Gas

  • Stromunterverteilung (Sicherungskasten): alles gut lesbar und erkennbar  
  • Steckdosen: bestenfalls ohne Blende (Wichtig: Wenn Sie Blenden selbst abschrauben, vorher Sicherung herausnehmen!) 
  • Lichtschalter: nur bei Besonderheiten, z.B. drehbare Schalter 
  • Kabel: Kabeladern aus den Deckenauslässen und sichtbare lose Kabel 
  • Telefondose/Medienanschluss: im Detail und die Lage innerhalb der Wohnung  
  • Mediendosen und sichtbare Verkabelungen: im Detail und die Lage in der Wohnung 
  • Versorgungsstrang hinter Revisionsklappe (Blitz nicht vergessen) 
  • Gas: Hauptanschluss an die Wohnung, Thermen und Herdanschlüsse 

Wände und Böden

  • Fußboden: Wenn möglich Belag anheben und vom Untergrund darunter ein Foto machen 
  • Ungerade/unsaubere Flächen, Risse: Bild schräg von der Seite machen, sodass Unebenheiten/Schäden erkennbar sind, Detailaufnahme und ganze Perspektive machen 
  • Tür- und Fensteröffnungen mit ihren Begrenzungen: Tür- und Fensterrahmen, Zargen, dazu Türblätter, Schließmechanismen, Beschläge, etc. fotografieren 
  • Architektonische Gliederungselemente: Lage im Raum und bei Bedarf Detailaufnahme von Pilaster, Gesimse, Bauzier, etc. machen 
  • Oberflächengestaltungen: typische und/oder besondere Elemente wie Zierputz, Stuck etc. 
  • Bautechnische Befunde: z. B. der erkennbare Aufbau des Mauerwerks oder der Wandkonstruktion (Backsteinmauerwerk hinter abgefallenem Putz, etc.)

Badezimmer

  • Verrohrungen: falls offen sichtbar 
  • Absatz vom Flur in das Bad (falls vorhanden): Zollstock gegenhalten und mit dem Maß fotografieren
  • Verrohrung hinter Revisionsklappe (falls vorhanden): auch unter Dusche/Badewanne gibt es meistens so eine Klappe (meistens Fliese in einem Magnetrahmen) 
  • Heizkörper: Bei Umbau auf Handtuchheizkörper, die Stelle, wo der HHK hinsoll und eventuelle Hindernisse, in der Totalen fotografieren & zusätzlich die existierenden Anschlüsse im Detail und in der Totalen fotografieren 
  • Wanne/Dusche/Toilette/Waschbecken: in der Totalen, damit man weiß, wo im Raum sich die Objekte befinden 

Heizung und Lüfter

  • Durchlauferhitzer (falls vorhanden): hinter Abdeckung fotografieren (Vorher Sicherung raus!) 
  • Schimmel: Detailaufnahmen sind zwecklos, immer in der Totalen fotografieren 
  • Besonderheiten: Lüfter Küche/Bad, besondere Entlüftungsventile von Rohren, besondere Lage von Elementen, Unzugänglichkeiten, besondere Türbeschläge/Mechanismen, Öfen, Schornsteine, Lüftungsöffnungen in Mauerwerk 

Schäden

Schäden aller Art, am besten immer mit Zollstock im Bild, damit man ein Größenverhältnis hat:  

  • Risse/Ausbrüche im Estrich oder in Wänden
  • Fenster: gebrochene Fensterrahmen und -scheiben, verzogene Fenster- und Türrahmen 
  • Schäden an der Baugrundsubstanz (alles Tragende und direkte Abgrenzungen zu Hausfluren und anderen Wohneinheiten sowie Decken und Böden) 

Zufahrt zum Objekt

Für die Handwerker ist es außerdem wichtig, zu wissen, wie die Umgebung der Baustelle aussieht. Dazu gehören unmittelbare Parkräume, die Hofeinfahrt und eventuelle Stellflächen für Container. Für das Aufstellen von Containern in öffentlichen Räumen gilt es unbedingt, die Vorschriften und Fristen des Ordnungsamtes zu beachten! 

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Häufig gestellte Fragen

Was ist eine Fotodokumentation?

Mit einer Fotodokumentation hält man den Zustand der Wohnung bei einer Sanierung fest. Dabei ist es wichtig, die aktuelle Beschaffenheit des Objektes in allen Bauphasen chronologisch zu dokumentieren.

Warum dokumentiert man Baustellen mit Fotos?

Zum einen hilft es dem Handwerksbetrieb, den Sanierungsumfang besser einzuschätzen. Zum anderen brauchen Auftraggeber eine lückenlose Dokumentation der Bauarbeiten, denn im Zweifelsfall dienen die Bilder als Beweise für mangelhaft ausgeführte Arbeiten. Alle Bilder und Texte zum Baufortschritt sollten digital erfasst und abgespeichert werden. 

Wie dokumentiert man Sanierungen richtig?

Für eine korrekte Fotodokumentation gilt es, einiges zu beachten: gute Kameraqualität (i.d.R. genügt ein modernes Smartphone), ausreichende Belichtung (am besten Tageslicht), der richtige Kamerawinkel, verschiedene Perspektiven für ein Motiv und eine einheitliche sowie geordnete Bildbenennung.

Was sind die häufigsten Fehler bei einer Fotodokumentation?

Wichtige Stellen sind verdeckt: z.B. durch Möbel, Menschen, Tiere. Bilder sind unscharf, verschwommen oder verwackelt. Unzureichende Bildqualität, sodass Details nicht erkennbar sind. Bilder sind nicht mehr auffindbar oder können nicht zugeordnet werden, weil nicht einheitlich und korrekt benannt.

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