Grundlagenforschung dringend nötig
KI ist längst mehr als ein kurzfristiger Hype. Seit Jahren steigt die Nutzung Künstlicher Intelligenz in der Immobilienwirtschaft – laut JLL-Studie von 2023 (5 Prozent) über 2024 (61 Prozent) bis hin zu 2025 (92 Prozent) sogar sehr deutlich. Und auch in diesem Jahr war KI in persönlichen Gesprächen, Fachartikeln und Vorträgen das dominierende Thema. Das ist angesichts der mannigfaltigen Vorteile wenig verwunderlich. Aber von diesen profitieren bislang die wenigsten.
Eine Studie von SALT AND PEPPER hat ergeben, dass deutsche Unternehmen branchenübergreifend vor verschiedenen Herausforderungen stehen. Fast 70 Prozent sehen keine Chance, KI reibungslos in die gewünschten Prozesse zu implementieren. Der Knackpunkt liegt dabei jedoch nicht in der Technologie, sondern im Vorgehen.
Verantwortliche lassen sich dazu hinreißen, sich auf die Tool-Suche zu begeben und scheinbar passende Lösungen direkt zu kaufen und einzusetzen. Damit sind sie vor dem Startschuss losgerannt. Und selbst wenn sich Teams damit beschäftigen, stehen laut SALT AND PEPPER 50 Prozent vor Schwierigkeiten, diese letztlich in die Praxis zu überführen.
Verständnis schärfen
Der Erfolg von KI in der Wohnungswirtschaft hängt somit nicht von der Auswahl der Technik ab. Wichtiger ist die strategische Vorarbeit. Diese muss auf einem klaren Verständnis fußen, wann KI ihr volles Potenzial ausschöpfen kann. Nämlich dann, wenn Daten, Strukturen und Prozesse Hand in Hand laufen und KI nicht mehr losgelöst arbeitet.
Erforderlich ist eine klare Reihenfolge: Wohnungsunternehmen müssen zunächst ihre Datengrundlage und Prozessschritte beleuchten. Genau an dieser Stelle treffen die meisten Teams auf die eigentliche Herausforderung. Viele Prozesse sind über Jahre gewachsen und mit ihnen Datenbestände, Ablagen und Zuständigkeiten. Informationen liegen verteilt in ERP-Systemen, Excel-Listen, E-Mails, PDFs oder Chatverläufen vor und müssen für einzelne Arbeitsschritte immer wieder neu zusammengetragen werden.
Zunächst muss der Fokus daher auf der Datenwertschöpfung liegen. Ziel sind hier strukturierte Daten, die sich auswerten, weitergeben und in Folgeprozessen aufgreifen lassen. Informationen liegen nicht mehr nur an einzelnen Stellen, sondern lassen sich über gesamte Abläufe hinweg nutzen. Welche Phasen die Wohnungswirtschaft dafür durchlaufen muss, zeigt unser Blogbeitrag „Datenwertschöpfung in der Leerstandssanierung“.
Vorarbeit in Warpgeschwindigkeit
Der Leitsatz ist einfach: Ein schlechter Prozess wird durch KI nicht automatisch zu einem guten Prozess. Bevor Wohnungsunternehmen KI auf bestehende Abläufe setzen, sollten sie diese zunächst digitalisieren, strukturieren und Daten durchgängig nutzbar machen. Diese Notwendigkeit ist gar kein Hexenwerk. Ein Beispiel verdeutlicht das.
Bei Wohnungssanierungen im Falle eines Mieterwechsels sind Mitarbeiter häufig mit schwerfälligen Einzelprozessen konfrontiert. Freigaben laufen über verschiedene Kanäle ab. Rückfragen zwischen Verwaltung, technischen Teams und Handwerksunternehmen kosten Zeit. Fotos, Mängel, Dokumente und Rechnungen sind nicht eindeutig einem Vorgang zugeordnet. Daten werden mehrfach manuell in verschiedene Systeme übertragen und doppelt erfasst.
Der Ablauf von der Wohnungsaufnahme bis hin zur Handwerkerrechnung lässt sich somit allenfalls schwer automatisieren. Zumindest, wenn Verantwortliche ausschließlich an separate Lösungen denken und weiterhin Daten und Prozesse isoliert betrachten. Digitale Plattformen hingegen setzen genau hier an. Sie zentralisieren Informationen, standardisieren Prozessschritte, strukturieren Daten über den gesamten (Sanierungs-)Prozess hinweg, und schaffen das Fundament für eine sinnvolle KI-Integration.
Wohnungssanierung mit KI-Unterstützung
Softwarelösungen wie Doozer lösen damit zunächst das Prozessproblem und schaffen die erforderliche Grundlage, auf der KI später echten Mehrwert entfalten kann. Daher ist es nur logisch, dass diese Anbieter selbst auf die Entwicklung von KI-Features setzen, um die tägliche Arbeit der Wohnungswirtschaft zu erleichtern – mit ganz spezifischen Tools.
Ein Beispiel liefert unsere KI-gestützte Fotoanalyse. Mehr dazu können Sie hier lesen: „Doozer-Funktion: KI-gestützte Fotoanalyse zeigt Sanierungsbedarf auf“.
Dreischritt zum Erfolg
Daten strukturieren, Prozesse optimieren, KI integrieren: Wer mit dem Einsatz von KI liebäugelt, sollte sich an diese Abfolge halten. Andernfalls riskieren Wohnungsunternehmen, Tools einzuführen, die am Ende keine echte Arbeitsentlastung bringen. All-in-one-Plattformen, die konkrete Aufgaben wie die Leerstandssanierung durchgängig digital abbilden, schaffen dafür eine wichtige Grundlage – auch, weil sie strukturierte Daten und standardisierte Prozesse bereits mitbringen und darauf gewinnbringende KI-Funktionen aufsetzen können.
KI ohne echten Mehrwert kommt Ihnen nicht ins Haus? Dann lassen Sie uns gemeinsam das Prozessproblem lösen und KI-Potenziale im Anschluss entfalten!