Der Anfang stimmt
Alle sind sich einer Meinung: Dem aktuellen Wohnungsmangel muss aktiv begegnet werden. Denn der Wohnraum ist dringend nötig – und zwar im besten Fall bezahlbar. Andernfalls steht die Gesellschaft vor neuen Hürden, um das Menschenrecht nach einem angemessenen Lebensstandard erfüllen zu können. Die gute Nachricht ist, dass die Verantwortlichen bereits die richtigen Fragen stellen.
Wie lassen sich Genehmigungsverfahren beschleunigen? Wie gelingt der Bürokratieabbau? Und was schafft Anreize für Investitionen? Sind Antworten gefunden, erreicht die Wohnungswirtschaft neue Flexibilität. Sie kann ebenso wichtige Themen wie Nachhaltigkeit angehen und gleichbleibende Qualität sicherstellen. Doch ein Fehler hat sich in der Denkweise noch eingeschlichen. Lösungen suchen Diskussionspartner meist ausschließlich in der Politik.
Politscher Wandel: Ja, aber nicht nur
Politische Änderungen sind perspektivisch sinnvoll und nötig. Bekannterweise benötigen politische Reformen aber Zeit. Zeit, die wir aktuell nicht übrighaben. Denn Wohnraummangel ist ein akutes gesellschaftliches Problem, das genau jetzt nach Lösungen verlangt. Überschriften wie „Europa braucht Wohnungen, keine Hürden“ oder „Für mehr Wohnungen braucht es weniger Bürokratie“ haben also durchaus ihre Berechtigung. Teilweise setzt die Politik sogar klare Signale.
In Hessen beispielsweise soll der Beschluss des Leerstandsgesetzes ungerechtfertigten Leerstand unterbinden. Gemeinden können freistehende Wohnungen dadurch rechtssicher erfassen und sanktionieren. Längere Leerstandszeiten als sechs Monate sind dann nur noch in begründeten Ausnahmefällen zulässig und stets genehmigungspflichtig. Um sofort handeln zu können, muss der Blick aber eine Ebene tiefer gehen.
Konsequent weiterdenken!
Gefragt sind die Wohnungsunternehmen selbst. In ihrer Hand liegt es, schnell einen wirksamen Wandel zu erreichen. Dafür gehen die Fragen in eine ganz ähnliche Richtung: Wie lässt sich Aufwand reduzieren? Wo gehen heute Zeit und Ressourcen verloren? Welche Abläufe sind unnötig komplex? Wo fehlen Transparenz, klare Zuständigkeiten oder belastbare Daten?
Wer sich Zeit für die Antworten nimmt, dem fällt es meist schnell wie Schuppen von den Augen. Medienbrüche, eine fehlende Übersicht über Bestände, parallele Prozesse ohne Abstimmung und eine aufwendig geführte Kommunikation zwischen Technik, Verwaltung und Dienstleistern nehmen das Tempo aus Projekten. Bürokratie ist also nicht nur ein externes Konstrukt – sie entsteht genauso auf Organisationsebene.
Prozesse verschlanken
Häufig wird der Neubau als Schlüssel zum Erfolg angeführt. In den Hintergrund gerät dabei etwas viel Naheliegenderes: bestehender Wohnraum. Leerstände sind in vielen Beständen vorhanden – teils seit Jahren. Sie entstehen etwa durch Modernisierungsbedarf, fehlende Kapazitäten oder unklare Zuständigkeiten. Gerade hier liegt ein großes Potenzial. Im Vergleich zum Neubau ist die Sanierung leerstehender Wohnungen in der Regel schneller umzusetzen, ressourcenschonender und mit geringeren Hürden verbunden. Der Wohnraum ist bereits vorhanden, die Infrastruktur existiert, die Wirkung auf den Markt kann kurzfristig spürbar sein.
In der Praxis zeigt sich: Nicht der Wille zur Sanierung fehlt, sondern klare und schnelle Prozesse. Wer den Blick konsequent auf den Leerstand richtet, erkennt, dass sich hier Tempo gewinnen lässt. Nicht durch Abstriche bei Qualität oder Nachhaltigkeit, sondern durch bessere Steuerung. Leerstandssanierung kann so vom Nebenprojekt zum strategischen Instrument werden – und einen spürbaren Beitrag leisten, um vorhandenen Wohnraum schneller wieder nutzbar zu machen. Die nötige Basis dafür: digitale Prozesse.
In der Praxis: 70 Prozent kürzere Leerstandszeiten
Der Sanierungsbedarf einer leerstehenden Wohnung wird per E-Mail gemeldet, Fotos liegen in WhatsApp-Chats, Kostenübersichten in Excel-Dateien, der Auftragsstatus wiederum im ERP-System. Jede Information für sich ist vorhanden – doch alle sind sie verteilt. Bis geklärt ist, welcher Handwerksbetrieb beauftragt wurde, welche Arbeiten bereits erfolgt sind und wo es hakt, vergehen oft Tage. Nicht wegen der Maßnahme selbst, sondern wegen Such- und Abstimmungsaufwand.
Durch konsequente Digitalisierung lassen sich Informationen zentral erfassen: Sanierungsbedarf, Beauftragungen, Fortschritt und Dokumentation laufen über eine gemeinsame Plattform. Zuständigkeiten sind klar, der Status jederzeit einsehbar. Das Ergebnis: Rückfragen reduzierten sich deutlich, Entscheidungen konnten schneller getroffen werden und Verzögerungen wurden früh sichtbar. Genau dieser Effekt macht Beschleunigungen von bis zu 70 Prozent realistisch: nicht durch mehr Tempo auf der Baustelle, sondern durch weniger Reibung in den Prozessen davor und danach.
Klarheit und Geschwindigkeit gewinnen
Angesichts der verschiedenen Herausforderungen zögern aber viele Verantwortliche, grundlegende Änderungen anzustoßen. Häufig steht die Sorge im Raum, dass gerade Digitalisierungsvorhaben selbst viel Zeit in Anspruch nehmen und zusätzliche Ressourcen binden – Ressourcen, die im Tagesgeschäft ohnehin knapp sind. Diese Zurückhaltung ist nachvollziehbar. Schließlich stehen Wohnungsunternehmen unter großem Druck: Projekte müssen sie voranbringen, Bestände verwalten und Anforderungen von außen erfüllen. Gerade deshalb erscheint es riskant, bestehende Abläufe infrage zu stellen.
Doch genau hier liegt der entscheidende Perspektivwechsel. Digitalisierung ist kein zusätzliches Projekt neben dem operativen Geschäft. Sie ist ein Mittel, um dieses zu entlasten. Sie setzt nicht erst am Ende der Prozesskette an, sondern dort, wo Komplexität entsteht: bei der Erfassung von Informationen, der Abstimmung zwischen Beteiligten und der Steuerung von Maßnahmen.
Durch die Digitalisierung der Leerstandssanierung können Wohnungsunternehmen
- Leerstände strukturiert erfassen,
- klar nach Wirtschaftlichkeit und Bedarf priorisieren,
- digital planen und den Fortschritt leicht kontrollieren und
- die Zusammenarbeit mit Handwerkern und im eigenen Team verbessern.
Roadmap für die digitale Leerstandssanierung – Tool-Integration
1. Einstieg definieren und Pilot festlegen
Zu Beginn wird ein klar abgegrenzter Anwendungsfall definiert – etwa die Sanierung leerstehender Wohnungen in einem ausgewählten Bestand oder Quartier. Ziel ist es, mit überschaubarem Umfang zu starten, Erfahrungen zu sammeln und schnell Mehrwert zu erzeugen.
2. Bestehende Abläufe abbilden
Im nächsten Schritt beleuchtet das Projektteam die aktuellen Prozesse rund um Leerstand, Sanierungsbedarf, Beauftragung und Dokumentation und wie sich diese in der Lösung abbilden lassen. Bestehende Informationen werden strukturiert zusammengeführt, Zuständigkeiten klar definiert. Die digitale Lösung orientiert sich dabei an den realen Abläufen – nicht umgekehrt.
3. Mitarbeiter einbinden und befähigen
Parallel zur technischen Einrichtung erfolgt die Einbindung der beteiligten Teams. Mitarbeiter erhalten einen klaren Überblick über ihre Aufgaben und Verantwortlichkeiten im digitalen Prozess. Der Fokus liegt auf einfacher Bedienbarkeit und Transparenz, nicht auf zusätzlicher Dokumentationsarbeit.
4. Ins Operative umsetzen und Erfahrungen sammeln
Nach dem Start im Pilotbetrieb wird die Leerstandssanierung vollständig digital gesteuert: Maßnahmen werden geplant, Fortschritte dokumentiert und Abweichungen sichtbar gemacht. Rückmeldungen aus der Praxis fließen direkt in die Weiterentwicklung der Nutzung ein.
5. Ausrollen und verstetigen
Auf Basis der gewonnenen Erfahrungen kann die Lösung schrittweise auf weitere Bestände oder Prozesse ausgeweitet werden. Die Leerstandssanierung wird so vom einzelnen Projekt zu einem dauerhaft etablierten, digitalen Standardprozess.
Weniger Bürokratie schafft mehr Wohnraum
Dank der digitalen Prozesse in der Leerstandssanierung wandeln sich wiederkehrende Aufgaben in standardisierte Abläufe. Bis zu 70 Prozent kürzere Leerstandszeiten sind mit Toolunterstützung wie Doozer umsetzbar. Heißt auch, dass sich Kosten sparen lassen und die schnellere Neuvermietung zu neuen Einnahmen führt. Kurzum: Wer Prozesse beherrscht, gewinnt Zeit – und Zeit ist der entscheidende Faktor für mehr bezahlbaren Wohnraum.
Weniger Bürokratie im eigenen Unternehmen? Mit Doozer lassen sich die Prozesse bei der Leerstandssanierung deutlich verschlanken!