Digitalisierung im Handwerk:

Wo Chancen aktuell auf Hürden treffen
„Wie digital ist das deutsche Handwerk?“ Diese Frage hat der Bitkom e.V. 2025 an 504 Handwerksunternehmen in ganz Deutschland gerichtet. Die Befragten kamen sowohl aus kleinen Betrieben als auch aus größeren Handwerksfirmen – und allem dazwischen. Die zentrale Erkenntnis: Digitalisierung betrachten die meisten als Chance. Doch für die digitale Transformation im eigenen Betrieb vergeben sie durchschnittlich lediglich die Schulnote 3. Jedes zehnte Unternehmen würde sogar zur 4 und 5 greifen. Wo besteht also Handlungsbedarf?

Inhaltsverzeichnis
Digitalisierung im Handwerk:

Weichenstellung für die digitale Zukunft

89 Prozent der Befragten ordnen die Digitalisierung klar als Chance ein. Für 6 Prozent überwiegen die Risiken und nur 4 Prozent vermuten, dass die digitale Transformation keinerlei Einfluss auf das eigene Geschäft nimmt. Die Grundhaltung ist also positiv.

Gerade der Aufbau einer digitalen Präsenz wird laut der Bitkom-Studie geschätzt. Website, Social Media, Bewertungsplattformen, Internetanzeigen und E-Mail-Marketing führen dazu, neue Kunden zu gewinnen. Damit geht das Handwerk auf die sich wandelnden Kundenbedürfnisse ein. Längst ist den Befragten bewusst, dass positive Online-Kundenbewertungen ein wichtiges Instrument geworden sind. Denn 74 Prozent berichten von kritischeren Kunden, die sich vorab informieren wollen und einen engeren direkten Austausch mit dem Betrieb wünschen.

Daher ist für viele der Schritt hin zu digitalen Services selbstverständlich. 85 Prozent bieten dabei mindestens einen Service an, wie den digitalen Angebotsversand (68 Prozent), den digitalen Rechnungsversand (62 Prozent), die Online-Terminbuchung (48 Prozent), die Online-Beratung (35 Prozent), die digitale Dokumentation von Arbeitsschritten (29 Prozent), die Bezahlung über Online-Zahlungsdienste (27 Prozent) oder die Visualisierung der Leistungen mittels Software (19 Prozent).

Entlastung im Arbeitsalltag

Dass die Vorteile weit über eine bessere Kundenbeziehung hinausgehen, haben Handwerker bereits für sich erkannt. Unterm Strich freuen sich die Befragten über Erleichterungen bei der täglichen Arbeit. 80 Prozent benennen die flexiblere Arbeitsorganisation, gefolgt von Zeitersparnis (79 Prozent), Sicherung des Qualitätsstandards (73 Prozent) und einer optimierten Lagerung und Logistik (64 Prozent). Geringere Kosten werden von 44 Prozent angeführt.

Nicht nur für mehr Sichtbarkeit gegenüber den Kunden ist Digitalisierung hilfreich. Auch die Arbeitsplatzattraktivität steigt aus Sicht von 58 Prozent der Befragten. Alles zusammengefasst ordnen 32 Prozent die Digitalisierung als Existenzsicherung für das Unternehmen ein.

Als digitale Anwendung, die im Alltag genutzt wird, nennen gut 56 Prozent Cloud Computing. Weitere Tools wie Trackingsysteme, vorausschauende Wartung, smarte Software oder Roboter sind nur vereinzelt im Einsatz. Der Grund: 58 Prozent der Handwerksunternehmen geben zu, dass ihnen der Überblick fehlt, was technisch alles möglich ist.

Vieles, was ausbremst

Damit ist bereits eine zentrale Herausforderung benannt. Fast jedes zweite Unternehmen gibt an, Probleme zu haben, die Digitalisierung zu bewältigen. Dieser Aspekt übersteigt die Vorteile rund um Umsatzwachstum, Neukundengewinnung und Existenzsicherung prozentual noch deutlich. Denn hier kommen mehrere Hürden zusammen, die aktuell die digitale Transformation erschweren.

96 Prozent formulierten Bedenken bezüglich IT- und Datensicherheit ebenso wie Datenschutz. Hier technisch und rechtlich sauber zu arbeiten, ist für viele das größte Hindernis auf dem Weg zur Digitalisierung. Hohe Investitionskosten (69 Prozent) und mangelnde Praxisreife der Technologien (57 Prozent) sind weitere externe Faktoren.

Im eigenen Unternehmen überwiegt mit 58 Prozent die als mangelhaft eingestufte Digitalkompetenz der Mitarbeiter. Dass es seitens der Angestellten an Interesse fehlen würde, beklagen hingegen nur 23 Prozent. Eine unzureichende Internetversorgung (49 Prozent) und ein nicht vollständig vorhandener Zugang zu Daten (43 Prozent) bringen weitere Barrieren ins Spiel.

Dazu kommen Sorgen,

  • dass die Digitalisierung eine ständige Überwachung des Handwerks mit sich bringt (56 Prozent),
  • dass Künstliche Intelligenz in Softwarelösungen bald vorgeben könnte, wie Handwerker zu arbeiten haben (52 Prozent),
  • dass Digitalisierung für die traditionelle Handwerkskunst keine Zukunft offenlässt (56 Prozent) oder
  • dass das Geschäft unwirtschaftlich wird, weil keine Leistung mehr unter der Hand abgewickelt werden kann (55 Prozent).

Prozesseffizienz als Startpunkt

Mit diesen Hürden und Bedenken vor Augen begehen viele Handwerksbetriebe einen Fehler: Sie schieben das Thema immer wieder auf der Agenda nach hinten. Dabei gibt es viele Lösungen, die Digitalisierung für einzelne Prozesse ganzheitlich denken und direkt für Erleichterung sorgen. Ein gutes Beispiel ist die Leerstandssanierung. In der Zusammenarbeit mit Wohnungsunternehmen müssen Handwerker zuerst viel Zeit für die Auftragserstellung und das Aufmaß investieren. In der Zusammenarbeit können dann über verschiedene Speicherorte verteilte Unterlagen oder eine dezentrale Kommunikation für eine komplexe Bearbeitung sorgen. Ist die Sanierung abgeschlossen, folgt die Rechnungsstellung manuell.

Softwarelösungen setzen hier an, um für Entlastung zu sorgen. Über Doozer lassen sich beispielsweise Aufträge einfach akquirieren und das Prozessmanagement lässt sich während der gesamten Leerstandssanierung digital und teils automatisiert steuern. Der Vorteil liegt hier in der gewonnenen Prozesseffizienz. Die Praxis zeigt: Durch eine zentrale Dokumentenablage, einen Kommunikationskanal mit dem Auftraggeber, digital angenommene Aufträge, anpassbare Kapazitäten und eine automatische Rechnungsstellung sparen Handwerker bis zu 50 Prozent Kosten, Personalkosten verringern sich um 20 Prozent und der Koordinationsaufwand sinkt um gut 40 Prozent.

Die erhofften Benefits der Digitalisierung, die von den 504 Handwerksunternehmen angeführt wurden, lassen sich so also schnell in die Tat umsetzen. Bei Software-as-a-Service-Lösungen sogar ohne große Vorarbeit. 

Schritt für Schritt weitergehen

Die Studie verdeutlicht: Handwerksunternehmen gehen die ersten Schritte in Richtung digitale Transformation. Gleichzeitig bremsen Sorgen diese Entwicklung aus. Wichtig dabei ist: Einzelne Anwendungen umzusetzen, bringt zwar bereits Vorteile mit sich. Doch wer zukunftsfähig aufgestellt sein will, sollte digitale Transformation für den gesamten Betrieb, alle Mitarbeiter und Kunden weiterdenken. Dazu gehört auch, dass neue Lösungen sich sinnvoll in bestehende Systeme einfügen und echte Entlastung im Alltag schaffen. Mit spezialisierten, praxisnahen Lösungen lässt sich dieser Weg deutlich einfacher gestalten.

Sie möchten mehr über die digitale Leerstandssanierung erfahren? Dann nehmen Sie gerne Kontakt auf!

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